Text-Bild-Ansicht Band 210

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enthalten ist, hat man nur demselben einige Tropfen (NH⁴)HS zuzusetzen. Die rückbleibenden Filter läßt man sich ansammeln und verbrennt sie dann zusammen.

Um mich zu überzeugen, daß in dem Filtrat kein Platin mehr enthalten ist, sammelte ich eine große Menge davon, dampfte sie zur Trockne ein und brachte den Rückstand dann zum Schmelzen. Es zeigten sich dabei nur Spuren von metallischem Platin, die völlig unberücksichtigt gelassen werden können.

Das metallische Platin wird mit Salzsäure ausgekocht, um es von den Verunreinigungen, meist nur etwas Fe und Cu, zu befreien und dann in Königswasser gelöst. Die Lösung läßt sich ebenfalls am besten auf dem Wasserbade vornehmen.

Wie gewöhnlich wird das Platinchlorid dann wiederholt eingedampft und am besten mit kochendem Wasser wieder gelöst, um die salpetrige Säure zu entfernen. Zum Schluß bleicht man diese Lösung im directen Sonnenlichte.

Bei dieser Methode, die jedenfalls die billigste ist, vermeidet man verschiedene Uebelstände; nimmt man bei der Reduction mit Zn kein chemisch reines, so bekommt man Blei als sehr lästige Verunreinigung mit in die Lösung; man braucht ferner nicht zu schmelzen und kann die ganze Arbeit auf dem Wasserbade vornehmen. Das Fe ist auch kein angenehmer Begleiter des Pt; denn nimmt man zu einer Analyse Fe-haltige Platinlösung, so entfernt man, wenn man völlig zur Trockne verdampft, das Krystallwasser des Eisenchlorids, welches sich alsdann kaum im Weingeist löst und dem Kaliniederschlag hartnäckig anhängt, wodurch natürlich ein falsches Resultat erzielt wird.

XXXII. Alizarin als Indicator beim Titriren; von Eugen Schaal.

Aus den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft zu Berlin, 1873, Nr. 15.

Bei meinen Versuchen, mit Alizarin zu färben fiel mir die außerordentliche Empfindlichkeit einer Alizarinlösung gegen Alkalien, sowie einer neutralen Lösung von Alizarin gegen Säuren auf; ich habe deßhalb versucht, Alizarin als Indicator beim Titriren zu benutzen und fand meine Erwartung vollständig bestätigt. Es ist nämlich eine Alizarinlösung noch weit empfindlicher als Lackmus, und ich habe gefunden,