Text-Bild-Ansicht Band 210

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lohnende Ausbeute. Die andere Schwierigkeit zeigte sich darin, daß der Verfasser trotz aller Mühe und zahlreicher Versuche nicht im Stande war, diese Säure völlig rein, namentlich aschenfrei darzustellen. Ungeachtet aller Schwierigkeiten ist es ihm doch nun gelungen, die wirkliche Natur dieser bisher „Metapectinsäure“ genannten Säure unzweifelhaft festzustellen.

Zahlreiche und zu verschiedenen Zeiten mit Material aus Rüben verschiedener Jahrgänge ausgeführte Analysen lieferten dem Verfasser nach Abzug und unter Berücksichtigung der Asche der Substanz folgende Zahlen:

I. II. III. IV. V. VI. Mittel.
C 41,7 41,9 41,6 41,8 41,8 42,0 41,8
H 6,6 6,5 6,7 6,7 6,5 6,6 6,6
O 51,7 51,6 51,7 51,5 51,7 51,4 51,6
I. und II. Aus Rüben des Jahres 1867 (linksdrehend).
III. 1868 deßgl.
IV. und V. 1872 deßgl.
VI. 1872 (rechtsdrehend).

Diese Zahlen passen genügend gut zu der Formel C¹²H²²O¹¹,* welche 42,11 Kohlenstoff, 6,43 Wasserstoff und 51,46 Sauerstoff verlangt. Diese Formel ist aber die des Gummi's oder der Arabinsäure (aus Gummi arabicum), und es stimmen auch fast alle Eigenschaften, welche der Verfasser in seiner früheren Arbeit für die Metapectinsäure angegeben hat, mit den vorliegenden Angaben über die Eigenschaften des Gummi's –, welches auch schwach sauer reagirt, – überein. Auch die übrigen Eigenschaften beider Körper, so ihre Fällbarkeit im unreinen Zustande und ihre Nichtfällbarkeit im reinen Zustande durch Weingeist, ihr Verhalten gegen Bleisalze, das froschlaichartige Aufquellen der reinen, getrockneten Körper in Wasser etc., stimmen völlig überein.

Trotz dieser Uebereinstimmung glaubte der Verfasser doch wegen der zahlreichen Isomerien, welche bei Kohlehydraten von der Zusammensetzung C¹²H²²O¹¹ möglich sind und zum Theil bereits existiren, den vorerwähnten Eigenschaften wenig Gewicht beilegen zu dürfen; er war vielmehr bestrebt, den Nachweis der wirklichen Identität zwischen seiner früheren Metapectinsäure und der Arabinsäure noch in anderer Weise zu führen. Diesen Nachweis hat er nun dadurch geliefert, daß er die aus den beiden Säuren durch Spaltung entstehenden Zucker, welche schön krystallisiren

*

C = 12, O = 16.