Text-Bild-Ansicht Band 213

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XVII. Neues Kaolinvorkommen bei Göppersdorf (Kreis Strehlen in Schlesien); dessen pyrometrisches Verhalten nebst chemischer Analyse des rohen wie geschlämmten Materiales; von Dr. Carl Bischof.

Die Fundstätte dieses Rohkaolins befindet sich auf dem Rittergute Göppersdorf, nordwestlich vom Rummelsberg, in einer Entfernung von 1/4 Meile von der Haltestelle Steinkirche der Breslau-Mittelwalder Eisenbahn. In südlicher Richtung grenzt das Thonlager unmittelbar an Granit, der sehr feinkörnig und fest ist und eine plattenförmige Lagerung zeigt. Der Flächenraum, auf welchem das Vorkommen bis jetzt nachgewiesen wurde, beträgt circa 25 Meter-Morgen. Das Lager ist von einer 1/2 bis 2 Fuß (157 bis 628 Millim.) starken thonigen, fruchtbaren Ackererde bedeckt. Die Mächtigkeit wurde noch nicht genau festgestellt, ist aber eine bedeutende, da bei stattgefundenen Bohrversuchen bis zur Tiefe von 50 Fuß (15,7 Meter) das Thonlager noch nicht durchstoßen war. Mit Bezug auf den unten gefundenen sehr geringen Kalkgehalt dürfte es nicht uninteressant sein, daß etwa 1000 Fuß (314 Met.) südöstlich von dem Kaolin Marmor sich findet, der gleichfalls zu Göppersdorf gehörig in zwei Oefen gebrannt wird.

Mineralogische Beschreibung.

Bildet eine, theils klumpige, theils zu Erde zerfallene Masse mit einem Stich in's Graue. Gelbe Färbungen sind nur selten zu bemerken.

Fühlt sich körnig an und färbt ab. Glimmerblättchen treten häufig auf sowie einzelne organische Reste, Wurzeln etc. und Pflanzenfasern.

Zerreibt sich leicht und dabei bedeutend knirschend.

Zerdrückt man das Material, so wird neben feinem Mehl ein klarer, körniger Quarzsand bis zu 1 Millimeter Dicke gefunden. Durch ein feines Messingsieb ist letzterer von dem Thonmehl ohne Weiteres abzusondern. Aus circa 5 Pfund Material eine Durchschnittsprobe sorgfältig dargestellt, gibt ein fast rein weißes Pulver mit einem schwachen Stich in's Graue, aber ohne irgend welche gelbliche Färbung.

Concentrirte Salzsäure längere Zeit damit digerirt, zieht nur sehr wenig Eisen, merklich Kalk und sehr wenig Magnesia aus. Das Bindevermögen bestimmt, ist = 3, d.h. ein geringes.