Text-Bild-Ansicht Band 214

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einerseits mit dem Recipienten communicirt, andererseits in das in dem gebogenen Rohre N enthaltene Quecksilber taucht.

Das Quecksilberniveau läßt sich durch Hebung und Senkung des Kautschukrohres O, wodurch man das Ende der Röhre M nach Belieben entblöst, ändern und der Luftzutritt zum Recipienten bis auf 1 Millim. genau reguliren. Will man mit irgend einem anderen Gas experimentiren, so braucht man nur den betreffenden Gasbehälter mit der Tubulatur P in Verbindung zu setzen.

Die Vortheile dieser Maschine sind folgende:

Sie ist leicht und um den sehr billigen Preis von 35 Franken herzustellen; sie läßt sich ohne Anstrengung in Gang setzen und arbeitet sehr rasch. Man erzielt in einem Recipienten von 6 Liter in 4 Minuten eine Luftverdünnung, welche circa 1 Millim. Quecksilberhöhe entspricht, und kann Versuche unter jedem zwischen dem atmosphärischen Druck und dem absoluten Vacuum liegenden Druck anstellen. Die Maschine gestattet, die in dem Recipienten enthaltene Luft oder Gase leicht aufzusammeln und beliebige Gase bei ungefähr 1 Millim. Druck dem Recipienten wieder zuzuführen. In Folge ihrer selbstthätigen Steuerung sind alle jene Irrthümer beseitigt, welche bei Quecksilberluftpumpen, deren Hähne aus freier Hand bewegt werden, eintreten können. Das Vacuum hält sich unbeschränkte Zeit lang. Ihre für das Laboratorium berechneten Verhältnisse können nach Bedürfniß vergrößert und die Glastheile durch Eisen ersetzt werden, vorausgesetzt, daß die zu behandelnden Gase dieses Metall nicht angreifen.

LVII. Appreturmittel und Harzproducte auf der Wiener Weltausstellung 1873; von Prof. Dr. W. F. Gintl in Prag.1)

A. Stärkefabrikation und Verwerthung der Nebenproducte derselben.

Als in dem Organismus der Pflanze fertig gebildetes Product des Vegetationsprocesses kann die Stärke nur insoferne als ein Product der chemischen Industrie angesehen werden, als ihre Abscheidung und Gewinnung aus Pflanzentheilen unter Umständen auf die Mitwirkung chemischer Proceduren basirt ist, und man sich doch bei der Herstellung

1)

Mit besonderer Genehmigung des Hrn. Verfassers auszugsweise entnommen aus dem officiellen Ausstellungsbericht über „Appreturmittel und Harzproducte“ (Stärke- und Stärkeproducte, Albumin, Caseïn, Leim, Hausenblase, dann Lacke, Firnisse, Siegellacke etc.) von Dr. Wilh. Friedr. Gintl, Professor am deutschen polytechn. Institute in Prag; Druck und Verlag der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1874. (79. Heft. 59 S. in 8. Preis 60 Neukreuzer.)

Die Red.