Text-Bild-Ansicht Band 214

Bild:
<< vorherige Seite

erhalten haben, verwendet; sind nur alte vorhanden, so müssen dieselben durch Scheuern mit weichen Sand- oder Ziegelsteinen völlig vom Roste befreit und sauber ausgewaschen werden. Vielleicht gelingt die Reinigung vollständiger durch Anwendung von Säuren. Der Cement wird (ohne Sandzusatz) so dünnflüssig gemacht, als es unbeschadet seiner Bindefähigkeit geschehen kann. Den zulässigen Grad der Verdünnung kann man mit jeder Cementsorte leicht feststellen. Das zu bestreichende Rohr wird vor dem Anstreichen naß gemacht, und demnächst der Cement mit einem Pinsel möglichst dünn aufgetragen, worauf man ihn erhärten läßt. Nach vollständiger Erhärtung wird der erste Anstrich wiederum angefeuchtet, und der zweite darauf gebracht. In dieser Weise wird das Rohr im Ganzen 4 bis 5mal bestrichen. Die Ausführung der Arbeit bei großer Hitze ist nicht zu empfehlen, weil alsdann der Cement zu schnell trocknet. – Frost zerstört die Bindefähigkeit, und es dürfen daher die Rohre demselben weder während des Anstreichens, noch nachher ausgesetzt werden. (Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem preußischen Staate, Bd. XXI S. 205.)

e.

Ueber Conservirung der Schiffskessel.

G. Hueber hat aus mehreren Beobachtungen und Versuchen die Ueberzeugung gewonnen, daß durch die sogenannte Trockenhaltung der Kessel im Hafen das Zugrundegehen derselben eher beschleunigt als verzögert wird, da die geöffneten Kessel, in denen Luft circulirt, immer die Feuchtigkeit der Luft anziehen und durch den Sauerstoff derselben rapid weiter oxydiren. Beim nächsten Dampfmachen springen dann in Folge der ungleichen Ausdehnung durch die Wärme die Rostkrusten stellenweise vom Kesselblech ab. In Folge dessen hat man bei Schiffen, die längere Zeit mit offenen Kesseln in Reserve standen, nach dem ersten Dampfmachen stets eine Menge abfallender Rostkrusten aus den Kesseln zu ziehen. Ist das Kesselblech schwach, so hinterlassen die abspringenden Rostkrusten offene Löcher in demselben.

Nach Erfahrungen des Verf. ist es für die Conservirung der Kessel rationeller, dieselben, so lange sie in Unthätigkeit stehen, immer geschlossen und bis an die Decke vollgefüllt mit Wasser zu halten, damit die Luft gar keinen Zutritt in das Innere finde. Mit Wasser vollgefüllt – auch wenn es Seewasser ist – setzt sich an den inneren Wandflächen der Kessel erst nach langer Zeit eine dünne flüssige Rostfarbe an, nie aber eine feste Rostkruste. (Nach den Mittheilungen aus dem Gebiete des Seewesens. Polo 1874. – Vergl. dies Journal, 1874 Bd. CCXII S. 442.)

Analysen von Stahl.

H. Sturm hat 3 Proben Bessemerstahl A, B und C der Hüttenverwaltung Heft in Kärnten untersucht, Eschka und Lill Martinstahl-Proben D und E aus Neuberg in Schlesien.

A B C D E
Kohlenstoff 0,290 0,350 0,290 0,303 0,165
Silicium 0,031 0,247 0,059 0,010 0,023
Phosphor 0,055 0,049 0,056 0,045 0,062
Schwefel 0,052 0,027 0,011 0,006 0,013
Kupfer geringe Spur 0,075 0,076
Mangan 0,200 0,580 0,170 0,290 0,044
Kobalt und Nickel 0,030
Eisen (aus dem Abgange) 99,372 98,747 99,414 99,241 99,617
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
100,000 100,000 100,000 100,000 100,000

(Berg- und hüttenmännisches Jahrbuch, 1874 S. 392).

Analysen von Roheisen und Schlacke.

I. Roheisen von den Hohöfen der Innerberger Hauptgewerkschaft zu Schwechat bei Wien: A und B weißes Roheisen, erblasen mit Oslavaner-Coaks, untersucht von