Text-Bild-Ansicht Band 214

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wo diese Methode im Großen geübt wird, an, und gelangten zu folgenden Resultaten (vergl. Schilling's Journal für Gasbeleuchtung etc. 1873 S. 83).

„Die Quantität und Qualität des bei niedriger Temperatur aus der Gaskohle direct gewonnenen Gases (bei einer bei Tage noch sichtbaren Kirschrothhitze) ist eine bessere als bei der gewöhnlichen Leuchtgaserzeugung bei hoher Temperatur. Allein entgegen diesen Vortheilen stehen ein größerer Brennmaterial-Verbrauch (ungefähr 33 Procent der der Destillation unterworfenen Kohlenmenge) und ein höherer Arbeitslohn in Folge der länger dauernden Destillation. Das Gas besitzt durchschnittlich eine Lichtstärke von 20 Kerzen. Die Coaksausbeute zeigte wenig Differenz gegen die gewöhnliche Methode.

Viel ungünstigere Resultate ergibt die Vergasung des Kohlenöles. 20 Centner (1 Tonne) Oel benöthigten zu ihrer Vergasung 19 Centner Coaks und ergaben nur 6267 Kubikfuß Gas von 25 Kerzen Leuchtkraft und 14 1/2 Centner Theerpech; wobei bemerkt werden muß, daß 20 Centner Silkstone-Kohle bei der erwähnten Destillation 16,4 Gallons Oel neben 8587 Kubikfuß Gas liefern.“

Die genannten Forscher sprechen auf Grund dieser Thatsachen sich gegen die genannte Methode aus. Sie sagen: „Wir müssen somit gezwungen, uns gegen Eveleigh's Methode zur Erzeugung von Gas für größere Städte aussprechen, wenn auch vielleicht gewisse Ortslagen und Anlagen derselben Vorschub leisten könnten. Der Preis des Oelgases ist in Bezug zur Leuchtkraft ein hoher, und sein ganzer Effect bestand nur darin, das Kohlengas aus Silkstone-Kohle auf 23 bis 24 Neuner-Kerzen Leuchtkraft zu erhöhen. Bei steigender Hitze bemerkten wir immer Störungen im Apparate. Die Temperatur hat somit Einfluß auf den Gang der Methode. Verstopfungen der Abzugsröhren kamen nicht vor. Die Permanenz des Gases hielt sich unter sehr ungünstigen Umständen gut und blieb nicht hinter der des gewöhnlichen Kohlengases zurück.“

Es ist daher noch abzuwarten, wie diese jedenfalls interessante Methode weiter ausgebildet wird. Auf der Ausstellung präsentirte sie sich nicht im Festgewande. Die jetzt gebräuchliche Methode der Leuchtgas-Fabrikation aus Steinkohlen bei hoher Temperatur hat einen hohen Grad technischer Vollkommenheit erreicht, und es heißt, etwas wahrhaft Tüchtiges und Erprobtes bringen, soll dasselbe die jetzige Methode verdrängen.

Von den Apparaten zur Regulirung, Messung, Prüfung u.s.w. von gereinigtem, also zum Verbrauche gelangenden Gas hätten wir hier