Text-Bild-Ansicht Band 214

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der hier betrachteten Oefen, da er zwar Erzgraupen in recht befriedigender Weise verarbeitet, aber für feinen Erzstaub ganz unanwendbar ist. Er würde sich also in großen Fabriken dazu eignen, neben einem der oben erwähnten besseren Staub-Brennersysteme (Klütten von gemahlenem Schlich, Platten oder MacDougal's Apparat) in Anwendung zu stehen.

(Fortsetzung folgt.)

CXXI. Ueber Leichenverbrennung und Friedhöfe; von Ferd. Fischer.

(Schluß von S. 392 des vorhergehenden Heftes.)

Fragen wir nun nach den Gründen, weshalb die bisherige Bestattung durch die Leichenverbrennung ersetzt werden soll, so wird angegeben:

1) Die Beerdigung inficirt Boden, Grundwasser und Luft.

2) Es fehlt an Platz für die Friedhöfe.

3) Die Beerdigung ist zu theuer.

4) Die Verbrennung schützt gegen das Lebendig-Begrabenwerden.

5) Die Beerdigung läßt die Gräberschändung zu.

6) Die Beerdigung ist unästhetisch.

Die außerdem von Lieball 1) vorgebrachten Gründe für Leichenverbrennung entziehen sich jeder ernsten Besprechung.

1) Auf die Vergiftung des Bodens, des Wassers und der Luft wird allgemein das Hauptgewicht gelegt.2) So erzählt namentlich Ullersperger 3), daß im Jahre 1774 bei einer Beerdigung drei Personen in der stickstoffhaltigen (wohl richtiger kohlensäurehaltigen) Atmosphäre des frisch ausgehobenen Grabes erstickt seien, ferner daß schon im J. 1711 ein Arzt gesagt habe, geöffneten Grüften entströme eine verderbliche Luft, „woran jedes lebende Wesen unversehens ersticken kann.“ Selmi (Ullersperger, S. 93) behauptet, in der Luft über den Gräbern befinde sich ein organischer Körper, das Septopneuma. (?) – Mit derartigen oberflächlichen Angaben wird eben Nichts bewiesen.

1)

Lieball: Der Welt Verderben durch Leichenbeerdigung, und das neue Paradies durch Leichenverbrennung (München 1868).

Das ganze Buch ist das Product der gröbsten Unwissenheit!

2)

Beilage zur Augsburger Allgemeinen Zeitung, 1874 S. 4166.

3)

Ullersperger: Urne oder Grab (Erlangen 1874) S. 51.