Text-Bild-Ansicht Band 215

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auf einen feinen Ueberzug der einen dieser beiden Bronzen auf einer Seite der Oberfläche, dessen Farbe einen etwas matteren Ton hat als die des Metalles selbst. Sie unterscheiden sich von unseren Bronzen namentlich durch den hohen Bleigehalt, auch der Gehalt an Zink ist in letzteren gewöhnlich bei weitem geringer und wird nur selten höher angetroffen. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1113; vergl. dies Journal, 1867 183 289. 1874 213 358 447.)

Drahtziehen.

In der Drahtzieherei glüht man dickere Drähte, bevor sie weiter ausgezogen werden, aus, um ihnen die nöthige Dehnbarkeit zu geben, und reinigt sie sodann mit verdünnter Schwefelsäure. Dabei kommt es häufig vor, daß die Drähte ganz brüchig werden; sie enthalten alsdann, wie D. Sevoz beobachtet, eine gewisse Menge eines brennbaren Gases (Kohlenoxyd oder Wasserstoff?) eingeschlossen, welches sich entwickelt, sobald man den Draht durchbricht und das Ende in Wasser taucht. Läßt man solche Drähte während 8 Tagen an der Luft liegen, so verlieren sie das eingeschlossene Gas und sind alsdann wieder dehnbar geworden. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1644.)

Schwarze Beize auf Holz; von Eduard Lauber.

Von Paris aus kommt seit einiger Zeit eine sogenannte Ebenholzbeize, die kalt angewendet wird und daher vor anderen Beizen, welche warm angewendet werden müssen, den Vorzug verdient, zu verhältnißmäßig sehr hohem Preise (2,75 Mark pro Liter) in den Handel. Nach E. Lauber (Gewerbeblatt aus Württemberg, 1874 S. 486) läßt sich dieselbe in folgender Weise herstellen.

Man löst so viel Blauholzextract in heißem Wasser, bis die Lösung 10° B. zeigt, mischt 5 Liter dieser Lösung mit 2 1/2 Liter holzessigsaurem Eisen von 11° B. und 1/2 Liter Essigsäure von 2° B., erwärmt das Ganze etwa eine Viertelstunde lang, worauf die Beize zum Gebauch fertig ist. Die kalt anzuwendende Beize muß bei weniger dichten Hölzern noch mit etwas Wasser verdünnt werden.

Buntfarbiger Druck.

Auf der Londoner internationalen Ausstellung 1874 führten J. M. Johnsons and Sons ein neues Verfahren vor, durch welches billige, in beliebig vielen Farben colorirte Illustrationen, Landkarten, Buntpapier etc. hergestellt werden und das bereits ziemlich befriedigende Resultate liefern soll. Soll danach z.B. eine colorirte Landkarte hergestellt werden, so wird die Zeichnung auf Messingblech übertragen, und letzteres entsprechend den verschiedenfarbigen Theilen zerschnitten. Nach diesen Schnitten werden dann genau entsprechend Stücke aus circa 12 Mm. dicken Farbenplatten ausgeschnitten und diese Farben hierauf nach der gegebenen Zeichnung zusammengesetzt, durch eine geeignete Unterlage zu einem Ganzen verbunden und das Ganze mit völlig geebneter Oberfläche in einen Metallrahmen gebracht, so daß es einen mäßigen Druck aushalten kann. Beim Drucken wird das Papier mit Terpentinöl angefeuchtet, wodurch bei jedem Druck eine dünne Farbschicht abgenommen wird, und zwar sollen von einer 12 Mm. starken Farbplatte 8000 Abdrücke genommen werden können. Die angewendete Presse ist ganz ähnlich einer gewöhnlichen lithographischen, aber mit einer besonderen Einrichtung versehen, um die allmälig abnehmende Dicke der Farbplatte auszugleichen es werden nämlich die Lager einer Druckwalze durch hydraulischen Druck getragen und bei jeder Bewegung des Schlittens durch eine kleine Pumpe der Wassersäule einige Tropfen Wasser hinzugefügt, um so die Farbenplatte stets in gleicher Entfernung von der Druckfläche zu erhalten.

Ueber dieses neue Verfahren für Chromolithographie hat die Section für Kunstgewerbe des niederösterreichischen Gewerbevereins in Wien (dessen Wochenblatt diese Notizen bringt) nachstehendes Gutachten abgegeben: „Wir können die oben ausgesprochenen