Text-Bild-Ansicht Band 215

Bild:
<< vorherige Seite

Vortheile des neuen Verfahrens bei Farbendruck in ihrer Begrenzung auf industrielle billige Arbeiten, für Landkarten, Zeitungen und bei großem Bedarf für kaufmännische Zwecke vollkommen bestätigen, da durch die rasche Herstellung auch Billigkeit eintreten muß; wir setzen dabei voraus, daß große Auflagen gedruckt werden und daß die Zusammensetzung der Farben im Laufe der Arbeit durch Vermischung an den Rändern keine Störung verursacht. Zu feineren Arbeiten ist das Verfahren für sich allein unanwendbar, da bei demselben nur glatte Töne mit scharfer Begrenzung gedruckt werden können. Das Verfahren hat den weiteren, namentlich in Bezug auf Bilderwerke hervortretenden Nachtheil, daß durch zu ölige Beschaffenheit der Farben diese durchschlagen und der Rücken der Blätter nicht rein erscheint.“

Zur Spectralanalyse gefärbter Flüssigkeiten, Gläser und Dämpfe.

W. Stein zeigt, daß die gewöhnlichen Mischungsspectra zur Identificirung einer Substanz werthlos sind. Dazu eignen sich nur allein die unveränderlichen Streifenspectra, welche bis jetzt, wie bekannt, an einer nur geringen Zahl von Stoffen beobachtet worden sind. (Journal für praktische Chemie, 1874 Bd. 10 S. 368.)

Moffit's Methode der Seifenanalyse; von A. Sienier jun.

Drei wesentliche Bestandtheile sind in allen Seifen vorhanden, nämlich eine Vase, eine Fettsäure und Wasser. Außer diesen findet sich meist mehr oder weniger Glycerin, theils absichtlich beigemengt, theils von mangelhafter Reinigung herrührend; ebenso ein Ueberschuß von freiem Alkali, alkalischen Erdcarbonaten, wie auch Sulfate und Chloride öfter vorkommen. Bei der folgenden Methode werden die Fettsäuren zusammen bestimmt, die Vase als Soda in harten, als Potasche in weichen Seifen, die Wassermenge durch Subtraction des Gewichtes aller gefundenen Substanzen vom Bruttogewichte gefunden (sie soll nicht mehr als 20–30 Proc. betragen). Kurz zusammengestellt sind die Bestandtheile: Alkali in Verbindung und frei, Carbonate, Fettsäure (Schmelzpunkt zu bestimmen), Harz, Glycerin, Salze, Farbstoffe, Wasser.

Die Seife wird sorgfältig zerkleinert. Hiervon werden 10 Grm. mit 150 bis 180 K. C. Alkohol im Wasserbade digerirt, filtrirt, der Rückstand öfter mit heißem Alkohol gewaschen (in einem gewärmten Opodeldoktrichter). Der Rückstand (Carbonate, andere Salze, Farbstoffe etc.) wird bei 1000 getrocknet, gewogen (mit gleichem Filter als Gegengewicht), mit Wasser digerirt und die Lösung mit Normaloxalsäure titrirt. Jeder verbrauchte Kubikcentimeter derselben zeigt ein Milligrammäquivalent oder 0,053 Grm. Na₂CO₃ (NaO, CO₂) an. Dabei ist etwaige Fällung von Kalkoxalat zu berücksichtigen. Das Gewicht des gefundenen Na₂CO₃ wird vom Gewichte des ganzen in Alkohol unlöslichen Rückstandes subtrahirt; die Differenz ist das Gewicht der Salze und fremder Stoffe, die nöthigenfalls weiter analysirt werden. Durch das Filtrat (alkoholische Lösung der Seife und des freien Alkalis) wird ein Strom Kohlensäure so lange hindurchgeleitet, bis keine Fällung mehr entsteht, filtrirt, der Niederschlag in Wasser gelöst und mit Normaloxalsäure titrirt. Jeder Kubikcentimeter Säure zeigt ein Milligrammäquivalent freies Alkali, also 0,031 Grm. Natron oder 0,047 Grm. Kali an. Kein Niederschlag zeigt das Fehlen freien Alkalis.

Das Filtrat von dem Niederschlage durch Kohlensäure oder, falls kein Niederschlag erfolgte, die alkoholische Lösung wird nach dem Zufügen von etwa 15 K. C. Wasser im Wasserbade erwärmt, bis aller Alkohol verdampft ist. In dieser wässerigen Lösung wird mit Normaloxalsäure das gebundene Alkali in bekannter Weise titrirt. Jetzt wird etwas Schwefelsäure zur schnelleren Abscheidung der Fettsäuren zugefügt, alles mit 10 Grm. vorher durch Schmelzen vom Wasser befreiten Bienenwachs im Wasserbade erwärmt, bis die Fettsäuren sich als reine, obenauf schwimmende Schicht abgesondert haben. Die Flüssigkeit wird dann abgekühlt und die erhärtete Schicht abgehoben, getrocknet und gewogen. Nach Abzug des Wachses erhält man das Gewicht der Fettsäuren und des Harzes.

40 Grm. Seife werden in Wasser gelöst und bis zum Aufhören der Fällung Schwefelsäure zugesetzt. Nach dem Stehen an einem kühlen Orte scheiden sich die