Text-Bild-Ansicht Band 215

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Fettsäuren oben ab und können dann nach dem Trocknen gewogen werden. Dieselben werden nun unter stetem Umrühren mit einer Mischung aus Wasser und etwa gleich, viel Alkohol digerirt, bis die Flüssigkeit nach dem Erkalten aufhört milchig auszusehen. Die zurückbleibende Schicht wird wieder gewogen. Die Gewichtsdifferenz zeigt annähernd die Menge des Harzes.

Schmelzpunkt-Bestimmung der ausgeschiedenen Fettsäuren. 10 Grm. Seife werden in Alkohol gelöst, mit Alkohol verdünnte Schwefelsäure zugesetzt, bis keine Fällung mehr entsteht; dann wird filtrirt, Bariumcarbonat zugesetzt und wieder filtrirt. Der Alkohol wird abgedampft und der süße Rückstand gewogen, gibt Glycerin.

Das gefundene Gewicht von Carbonat, Salzen und fremden Stoffen, freiem und gebundenem Alkali, Fettsäuren, Harz, Glycerin wird addirt. Die Differenz zwischen dieser Summe und 10 Grm. ist das Gewicht des Wassers. (Zeitschrift des österreichischen Apothekervereins; chemisches Centralblatt, 1875 S. 8; vergl. auch Dingler's polytechn. Journal, 1873 207 224.)

d.

Zur Kenntniß des Glycerins.

Bei der Untersuchung eines chemisch reinen Glycerins aus der k. k. Apollokerzen-Fabrik in Wien fand Godeffroy, daß dasselbe, auf 150° erhitzt, Feuer fing und mit ruhiger, blauer, nicht leuchtender Flamme verbrannte, ohne den geringsten Geruch zu verbreiten oder irgend einen Rückstand zu hinterlassen. Das Glycerin hatte ein specifisches Gewicht von 1,2609.

Oppenheim und Salzmann bestätigen daß reines Glycerin bei 290° siedet. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1566, 1622.)

Preisregulirung wasserhaltiger Droguen; von Iwan Steinbach.

Steinbach wählt als Beispiel einen Handelsartikel, der in manchen Fabriken Jahr aus, Jahr ein in großen Quantitäten verwendet und allerdings mit sehr variablem Wassergehalt geliefert wird, nämlich die Seife – eine Wahl, welcher vermuthlich eine specielle Veranlassung zu Grunde liegt. Er setzt den Preis der Seife zu 64 Franken für 100 Kilogrm., wobei ein Wassergehalt von 30 Proc. conventionell zugelassen ist. Es zeigt sich aber, daß die Seife 33 Proc. Wasser enthält, und nun werden in solchen Fällen auf den Schreibstuben der Fabriken einfach 3 Proc. von der feuchten Seife resp. 1,92 Fr. pro 100 Kilogrm. von der Rechnung abgezogen. Der Käufer zahlt bei dieser Rechnungsweise zuviel; er hat vertragsmäßigen Anspruch auf eine Waare mit einem Gehalt von 70 Proc. trockener Seife, und nur dies ist der einzig richtige Ausgangspunkt für die Calculation. Er hat daher in folgender Weise zu calculiren.

So wie die Waare bestellt ist, kosten 70 Kilogrm. trockener Seife 64 Fr., also sind 67 Kilo trockener Seife (entsprechend 33 Proc. Wassergehalt) nur 61,25 Fr. werth, somit beträgt der berechtigte Abzug 2,75 Fr.; d.h. die nach den zwei verschiedenen Methoden berechneten Abzüge differiren um 0,83 Fr. Pro 100 Kilogrm. der gelieferten Seife, und zwar zu Ungunsten des Consumenten. Diese Differenz in der Preisregulirung berechnet sich natürlich um so höher, je mehr der wirkliche Wassergehalt den festgesetzten übersteigt. Nimmt man im vorliegenden Fall den ersteren zu 40 Proc. an, so beträgt die Differenz schon 2,75 Fr. per 100 Kilogrm., und sie nimmt an Bedeutung zu mit dem höheren Werth der kostspieligeren Droguen, wie Chromgrün, Cochenillelack, künstliches Alizarin und dergl., welche bei festgesetztem Wassergehalt in bedeutenden Quantitäten von den Fabriken verwendet werden. (Nach dem Bulletin de Mulhouse, 1874 S. 449.)

Kl.