Text-Bild-Ansicht Band 215

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gibt noch so viel Wasser hinzu, daß dieselbe ungefähr zu drei Viertel angefüllt ist, setzt Bleiessig im Ueberschuß hinzu, ergänzt nun bis zu 100 K. C. mit Wasser, filtrirt nach erfolgter Klärung, und benützt erst dieses Filtrat zur Zuckerbestimmung.

W.

Ueber das Verhalten des Rohrzuckers unter dem Einfluß des Lichtes.

Veranlaßt durch eine Angabe von Raoult (Comptes rendus, 1871 t. LXXIII p. 1049), wonach reiner Rohrzucker in wässeriger Lösung, bei völliger Abwesenheit von Luft und Fermenten, lediglich durch den Einfluß des Lichtes eine theilweise Inversion erfahren soll, hat Kreußler ähnliche Versuche unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßregeln und mit Zuckerlösungen von sehr verschiedener Concentration wiederholt. Eine reine Zuckerlösung, welche nach vollständiger Entfernung der Luft in Röhren eingeschmolzen war, gab selbst nach einer Belichtungszeit von 11 Monaten mit Fehling'scher Lösung nicht die geringste Reaction. War die Luft jedoch nicht entfernt, so stellten sich Pilzbildungen ein und 52 bis 90 Proc. des Rohrzuckers wurden in Glycose umgewandelt. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1875 S. 94.)

Uebermangansaures Kalium.

Maumené zeigt, daß das Kaliumpermanganat die Formel MnO₄K und nicht MnO₄KH, d. i. die Zusammensetzung eines sauren Kaliummanganats, wie Terreil vor einiger Zeit angenommen hatte, besitzt. Reines Kaliumpermanganat gibt nach den Versuchen von Maumené 1) kein oder kaum Spuren von Wasser ab, wenn man es erhitzt, und 2) liefert es bei der Zersetzung durch Oxalsäure genau eine der Gleichung

2MnO₄K + 5C₂H₂O₄ = 10CO₂ + 2MnO + 2KHO + 4H₂O

entsprechende Kohlensäuremenge, während bei Annahme der Formel MnO₄KH nur 8CO₂ sich entwickeln dürften:

2MnO₄K + 4C₂H₂O₄ = 8CO₂ + 2MnO + 2KHO + 4H₂O

(Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1448.)

Bestandtheile des rohen Holzgeistes.

Der rohe Holzgeist ist schon häufig Gegenstand eingehender Untersuchungen gewesen, die sich jedoch in den meisten Fällen auf die niedrig siedenden Bestandtheile desselben erstreckten. Von den drei als wesentlich erkannten Körpern: Aceton, Methylacetat und Methylalkohol sind die ersten zwei indirecte Producte. Das Aceton entstammt der Essigsäure, das Methylacetat der Einwirkung der Essigsäure auf den Methylalkohol beim Aufarbeiten des rohen Holzessigs. Aus diesem Grunde erklärt sich, daß die Mengenverhältnisse der drei genannten Körper so außerordentlich wechseln. Schnelleres oder langsameres Verkohlen des Holzes, mehr oder minder hohe Temperatur der Leitungsröhren nach der Kühlschlange werden den Gehalt an Aceton in dem Holzgeist erheblich beeinflussen. Begreiflicherweise hat man in dem rohen Holzgeist noch Zersetzungs- resp. Condensationsproducte des Acetons zu erwarten. Voelkel hat schon (vergl. Liebig's Annalen, Bd. 80 S. 30) unter dem Namen Xylitnaphta und Xylitöl Körper beschrieben, welche als Mesityloxyd und Phoron in unreinem Zustande zu betrachten sind. Grodzki und Krämer (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1492) haben im Holzgeist jetzt auch Allylalkohol aufgefunden; doch dürfte selbst ganz roher Holzgeist kaum mehr als 0,2 Proc. davon enthalten. – Reiner Methylalkohol siedet zwischen 65,75° und 66,25°, das specifische Gewicht bei 15° beträgt 0,7997. (Vergl. 1874 214 62.)

Oelfarben-Anstrich der Fußböden.

Zur Herstellung eines solchen bediene man sich ausschließlich der Erdfarben. Alle Farben, denen Bleiweiß zugesetzt wurde, sind zu weich und treten sich leicht ab.