Text-Bild-Ansicht Band 215

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Unterdessen kehrt der Kolben seine Bewegung um, überschreitet die Luftöffnung im Cylinder, ehe derselbe noch fällt, verdichtet nun die im unteren Cylinderraum abgeschnittene Luft und treibt dadurch den Hammerbär nach abwärts, um sofort das Spiel von Neuem zu beginnen.

Durch Veränderung der Weite der Luftöffnung in der Cylinderwand kann die Schlagwirkung nach Bedarf regulirt werden.

Der amerikanische Hammer, welchen nach Mittheilung von Scientific American die Firma D. Frisbie und Comp. in New Haven (Connecticut) nach Hotchkiß' Patent baut, arbeitet im Princip wie der Scholl'sche Hammer – nur die Disposition ist verschieden. Wie aus der Skizze in Fig. 12 sofort zu entnehmen ist, wird hier der Cylinder von einem Kurbelgetriebe auf und nieder bewegt, während am Kolben der Hammerbär hängt. Die Schlagbewegung bedarf nach dem oben Gesagten keine weitere Erklärung.

In wie weit diese Hämmer in der Praxis sich bewahren, ist dem Referenten nicht bekannt. Es genüge einstweilen auf das Hammersystem hinzuweisen, von welchem in den Vereinigten Staaten nach der genannten amerikanischen Zeitschrift 500 Stück der verschiedensten Größe im Betriebe sein sollen.

Z.

Krauss'sche Kuppelung.

Mit Abbildungen auf Taf. X [a/4].

Vorliegende in Figur 13 und 14 skizzirte Kuppelung ist bereits in diesem Journale (1865 177 458) und zwar unter dem Namen Dehessele'sche Kuppelung“ aufgeführt worden. Die zweitheilige Kuppelung besteht bekanntlich aus schwach conischen Schalen a, b, welche durch zwei aufgezogene schmiedeiserne Ringe gegenseitig und mit den stumpf zusammenstoßenden Wellenenden verbunden werden.

Gelegentlich eines Vortrages im bayerischen Industrie- und Gewerbeverein (vergl. dessen Blatt, 1875 S. 59 und 63) wurde nun von Director Krauß in München constatirt, daß er diese Wellenkuppelung bereits im J. 1859 bei Errichtung der Werkstätten der Schweizer Nordostbahn in Zürich entworfen und angewendet habe, daher die Priorität der Erfindung gegenüber Dehessele wohl beanspruchen könne, ohne damit auszuschließen, daß dieser ganz unabhängig auf die Kuppelung gekommen sei. Professor Ludewig erwähnt bei dieser Gelegenheit, daß