Text-Bild-Ansicht Band 215

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Man entfernt aus dem Rohproducte dieser Düngemittel, den Abraumsalzen, das Chlormagnesium größtentheils vorher beim Lösen des ersteren durch erprobte Lösungsverhältnisse, da durch ein nachheriges Calciniren (Erhitzen in einem Flammofen bis 600°) des fertigen Präparates nur eine sehr ungenügende Zersetzung des noch beigemengten Chlormagnesiums erzielt wird, ungeachtet daß Wasserdämpfe stark vertreten sind. Eine Prüfung, welche mir als Beweis diente, ergab folgendes Resultat. Das lufttrockene Düngesalz zeigte neben den erwähnten anderen Salzen einen Gehalt von 29,01 Proc. Chlormagnesium. Es wurde eine Stunde lang calcinirt, dann eine Probe untersucht, welche durch die angewendete Hitze vollständig zum Flusse gekommen war. Trotzdem hatte diese Schmelze noch 22,21 Proc. Chlormagnesium, während außerdem nur 2,86 Proc. Magnesia vorhanden waren, entsprechend 6,79 Proc. Chlormagnesium welche eine Zersetzung erlitten hatten.

Ueber den Fischguano im Allgemeinen und den „entfetteten und gedämpften Polarfischguano“ insbesondere; von Dr. H. Vohl in Cöln a. R.

In England an den Küsten von Sussex, Kent und Essex werden schon seit 30 Jahren eine Menge kleiner Fische gefangen, welche man zerstampft als Dünger für Weizen und Hopfen mit Erfolg in Anwendung bringt. Diese Fische gehören zu einer kleinen Häringsart, Clupea sprattus, sog. Sprotten, welche zu gewissen Zeiten wiederkehrend in unglaublich großer Menge an den genannten Küsten erscheinen und mit Leichtigkeit gefangen werden können.

Das Fleisch und die leimgebenden Gewebe dieser Fische sind eine reiche Stickstoffquelle; das Knochengerüst, die Gräten der Fische, repräsentiren eine reiche Quelle von Phosphorsäure und den anderen Mineralsubstanzen, welche der Pflanzenernährung förderlich sind.

Auch aus Häringen, sogen. Breitlingen, suchte man einen künstlichen Guano zu bereiten, und ließ sich bekanntlich Pettitt im J. 1853 ein Verfahren, mittels Schwefelsäure einen Kunstdünger aus diesen Fischen darzustellen, für England patentiren (vergl. 1853 129 159). Die von Way und Thompson damals ausgeführten Analysen desselben wurden bereits in diesem Journal (1854 131 145) mitgetheilt.