Text-Bild-Ansicht Band 215

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(statt schon im August oder September) zugesendet wurden, starben auf der Reise 45. Bis zum 14. December wurden dieselben so sorgfältig als nur möglich gefüttert, mußten aber dann, da keine Nahrung mehr aufzutreiben war, getödtet werden.

Will man schöne und große Cocons erzielen, so muß die Aufzucht rasch vor sich gehen, was aber nur bei angemessener Temperatur und reichlichem saftigem Futter möglich ist.

Vor dem Ankauf von Räupchen warnt der Verf., weil auch auf einer ganz kurzen Reise sehr viele zu Grunde gehen; insbesondere ist es nicht räthlich, wie Hr. Ulrichs empfiehlt, die Raupen im Zustand des Schlafes, d.h. in der Periode der Häutung zu versenden, weil sie sich während dieser Zeit in einem kränklichen Zustand befinden und gegen jede Erschütterung sehr empfindlich sind. Die Aufzucht in Kästen, in deren Seiten Luftlöcher angebracht sind, wie sie gleichfalls empfohlen wurde, ist nicht rathsam, weil dadurch den Raupen nicht genügend frische Luft zugeführt werden kann. Am einfachsten legt man die Raupen in Säcke aus grober Gaze, 1 Meter hoch und 1,5 M. in der Rundung, an denen oben wie unten ein Saum zum Zuziehen angebracht wird. Man schneidet sich einen großen Büschel Eichenzweige, bindet sie fest zusammen, und bringt sie von oben nach unten langsam in den Sack, indem man den Saum oben wie unten zusammenzieht; unten steht derjenige Theil der Zweige, welcher in das Wasser zu stehen kommt, frei hervor. Durch diese Vorrichtung erhalten die Raupen nicht nur genügend Luft und Licht, sondern sie sind auch vor dem Ertrinken geschützt, am Durchgehen gehindert, und die Sache selbst läßt sich an jedem beliebigen Fenster anbringen. (Nach dem Gewerbeblatt aus Württemberg, 1875 S. 35.)

Zur Bestimmung der Kohlensäure in kohlensauren Salzen.

Für die directe Bestimmung der Kohlensäure in Carbonaten hat Persoz (Zeitschrift für analytische Chemie, 1862 S. 83) ein Verfahren vorgeschlagen, welches jetzt von Hessert (Liebig's Annalen der Chemie, 1875 Bd. 176 S. 136) aufs Neue empfohlen wird. Das Carbonat wird mit diachromsaurem Kalium in einem etwa 0,25 Meter langen Verbrennungsrohr erhitzt, die Kohlensäure durch ein Chlorcalciumrohr getrocknet und in einem Kaliapparat aufgefangen. Die Resultate sollen sich durch große Genauigkeit auszeichnen.

Anwendung von Gasretorten-Kohle beim Destilliren der Schwefelsäure.

Nach Raoult (Comptes rendus, t. 79 p. 1262) kann man das Stoßen der Schwefelsäure völlig vermeiden und eine ruhige, rasche Destillation erlangen, wenn man in die Säure einige Stückchen sehr dichter Retortenkohle bringt. Die Kohle wird hierbei nur sehr wenig angegriffen.

Die so destillirte Schwefelsäure ist nur durch etwas schweflige Säure verunreinigt, welche man mittels Durchleitens trockener Luft entfernen kann.

Darstellung von Aetznatron.

Nach Arrott's englischem Patent (datirt vom 27. Juni 1873) wird Kochsalz mit Eisenphosphat unter Einleiten von Dampf in geschlossenen Oefen auf starke Rothglut erhitzt. Die entweichende Salzsäure wird in üblicher Weise gesammelt; der aus phosphorsaurem Natron und Eisenoxyd bestehende Rückstand wird ausgelaugt und aus der decantirten, klaren Lauge Aetznatron mittels Kalk abgeschieden.

Das Eisenoxyd wird in Salzsäure gelöst, und in die Lösung trägt man als Nebenproduct erhaltenen phosphorsauren Kalk ein, wodurch wieder Eisenphosphat gewonnen wird. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1875 S. 180.)