Text-Bild-Ansicht Band 215

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Shield's Gravirmaschine (Pantograph); ausgeführt von Lockett, Leake und Comp. in Manchester.

Mit Abbildungen auf Taf. XII [c/3].

Die Einführung der Rouleaudruckmaschinen zu Anfang unseres Jahrhunderts hatte die Errichtung der kostspieligen Graveurateliers zur Folge. In denselben wird die gegebene Zeichnung in natürlicher Größe von Hand auf einen kleinen weichen Stahlcylinder (Molette) gravirt, diese Molette mit der vertieften Gravüre sodann gehärtet und auf dem Relevirstuhl auf einen zweiten ähnlichen Cylinder von weichem Stahl gepreßt, welcher nun das Muster erhaben wiedergibt; derselbe wird nun ebenfalls gehärtet, um durch Aufdrücken auf die Kupfer- oder Messing walzen wieder eine vertiefte und nach Bedürfniß vervielfältigte Zeichnung hervorzubringen. Die Vortheile, welche die Rouleauwalzen der ganzen Druckindustrie brachten, waren so anerkannt bedeutend, daß man schon in den dreißiger Jahren das Bedürfniß einer billigeren Gravüre zu fühlen begann. Es entstand die Idee, die Druckwalzen mit Firniß zu über ziehen, die verlangte Zeichnung in den Firniß einzuritzen, und die hiedurch blosgelegten Stellen des Kupfers mit Salpetersäure zu ätzen. Wo die Walze noch mit Firniß überzogen ist, wirkt die Säure auf das Metall nicht ein, und reinigt man hernach die Walze mit Terpentinöl vom Firniß, so zeigt dieselbe, wo die Säure angreifen konnte, das vertiefte auf den Firniß früher eingravirte Muster. Diese Idee führte zunächst zu den ungünstigen Versuchen Hooten Deveril's (1834), hernach zu Isaak Taylor's Maschine (1848) und im J. 1858 zu dem Rigby'schen Pantographen, welcher sich sodann raschen Eingang in die Druckereien verschaffte.

Beim Rigby'schen Pantographen ritzt ein System von Diamanten, deren Anzahl durch die Verhältnisse der gegebenen Zeichnung bestimmt wird und welche je am Ende eines kurzen Hebelarmes befestigt sind, das Muster in gewünschter Größe in die gefirnißte Kupferwalze ein. Die Diamantstichelträger heben und senken sich, um abwechselungsweise von der Walze sich zu entfernen oder mit ihr in Berührung zu kommen; diese Bewegung geht von einem Fußschemel aus, welchen der Arbeiter nach Belieben auf und niederdrückt. Außerdem können sie sich parallel zur Achse der horizontal gelagerten Walze hin und her bewegen, insofern die Schiene, an welcher alle Diamantstichelträger befestigt sind, mittels kleiner Laufrollen auf einer horizontalen Traverse ruht. An der Schiene aber sind die Enden eines Stahlbandes angebracht, welches um eine