Text-Bild-Ansicht Band 217

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Eine Verfälschung des chinesischen Thees.

In einer Sitzung der St. Petersburger Gouvernement-Landschaftsversammlung brachte (nach Mittheilungen der Pharmaceutischen Centralhalle) Winnicki das von den Bauern im Großen betriebene Sammeln der Blätter des Feuerkrautes, schmalblättrigen Weidenröschens, Epilobium angustifolium Linn. behufs Verfälschung des chinesischen Thees, sowie des bereits ausgezogenen Thees zur Sprache. Hier ergab sich auch das Factum, daß diese Weidenröschenblätter in beträchtlichen Quantitäten nach dem Auslande ausgeführt werden. In Wien wurden vor einiger Zeit zwei größere Posten von sogen. chinesischem Thee nur aus Weidenröschenblätter bestehend angetroffen.

Die Erkennung dieser Verfälschung ist insofern erleichtert, als die Blätter des Weidenröschens viel Schleim enthalten, und der heiße dünne Aufguß dunkel gefärbt ist. Der concentrirte Aufguß mit einem doppelten Volum 90 proc. Weingeist gemischt, scheidet Schleimgerinsel aus, während der Aufguß des echten Thees damit eine klare Mischung gibt. Während der echte Theeaufguß munter macht, bewirkt der falsche Thee Ermüdung und Eingeschlafenheit der Glieder.

Die Blätter des Weidenröschen sind schon seit undenklichen Zeiten in Rußland von dem gemeinen Manne als medicinischer Thee, unter Namen wie kaporscher Thee, kurilischer Thee, gebraucht worden. Die Verwendung zur Fälschung des chinesischen Thees dürfte erst in neuerer Zeit zur Ausführung gekommen sein.

Vernickelungsmittel.

Das Vernickelungsmittel von Plazanet (Ackermann's Gewerbezeitung) besteht nach Hesz aus 87g,5 Nickelsulfat, 203 Ammoniumsulfat, 17g,5 Citronensäure und 2l Wasser.

Ein in Frankreich übliches Nickelbad erhält man nach Boden (Mittheilung des bayerischen Gewerbemuseums) durch Lösen von 4 Th. Nickelnitrat in 4 Th. Ammoniakflüssigkeit und 150 Th. Wasser, in welchem 50 Th. saures schwefligsaures Natrium gelöst sind. Bei Anwendung eines möglichst schwachen Stromes vollzieht sich die Operation binnen wenigen Minuten; man hat nicht nöthig, dieselbe durch Herausnehmen und Bürsten der Gegenstände zu unterbrechen, und es bleibt schließlich, wenn man annehmen darf, daß der metallische Ueberzug stark genug ist, nur noch übrig. den Gegenstand durch Abreiben mit Sägespänen zu trocknen, um denselben schön und fast silberglänzend vor sich zu sehen.

Automatische Meldung der Annäherung von Eisbergen an ein Schiff.

Um einem Schiffe eine automatische Meldung seiner Annäherung an Eisberge zu geben, will R. F. Michel an den Seiten des Schiffes Metallthermometer anbringen, welche in geeignete Büchsen eingeschlossen sind. Das Thermometer enthält eine Spirale aus zwei verschiedenen Metallen und einen kleinen Hebel, welcher sich nach rechts oder nach links bewegt, wenn die Temperatur der Spirale sich erhöht oder erniedrigt. Wenn die Temperatur sinkt, so legt sich der metallene Hebel auf einen kleinen Metallknopf auf und schließt dadurch eine elektrische Batterie durch einen Wecker hindurch. Die Wirksamkeit des Apparates stützt sich auf die ausgemachte Thatsache, daß das Wasser in weitem Umkreise um einen Eisberg herum um mehrere Grade kälter ist. (Nach dem Journal of the Society of Telegraph Engineers, Bd. 3 S. 134.)

E–e.