Text-Bild-Ansicht Band 217

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luftfreiem Wasser ausgewaschen, unter starkem Druck gepreßt, um alles Wasser zu entfernen, und alsdann geschmolzen.

Diese Methode hat den Vortheil, daß die Darstellung ohne Erhitzung über directem Feuer bewerkstelligt werden kann, die Kosten derselben sehr gering sind, und daß man große Mengen continuirlich aufarbeiten kann, indem man jeden Tag aus dem betreffenden Quantum Flugstaub im obersten Gefäß das metallische Thallium im untersten gewinnt. Hat man einmal die betreffenden Gewichtsverhältnisse von Flugstaub, krystallisirtem schwefelsaurem Natron und Wasser bestimmt, so können große Mengen Flugstaub durch einen gewöhnlichen Arbeiter aufgearbeitet werden. Nach diesem Verfahren habe ich 10k,5 metallisches Thallium dargestellt, und bleibt es der Zukunft überlassen, welche Verwendung dieses jetzt noch so seltene Metall finden wird.

Trotha, den 28. Juni 1875.

Ueber gasdichten Stoff; von F. Tieftrunk.

Nach den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1875 S. 918.

Mit einer Abbildung.

Die technologische Literatur weist eine außerordentliche Fülle von Vorschlägen nach, wasserdichte Stoffe herzustellen; vielfach wird dabei allerdings mehr beiläufig erwähnt, daß dies oder jenes Mittel ein imprägnirtes Gewebe gleichfalls gasdicht mache. Man meint dabei wohl gemeiniglich atmosphärische Luft, wohl kaum aber Steinkohlenleuchtgas, welchem stets Dämpfe von Ammoniumcarbonat, wie namentlich Dämpfe flüssiger Kohlenwasserstoffe beigemischt sind, die sich erst bei größerer Kälte auszuscheiden pflegen, wesentlich mitbedingend für das Leuchtvermögen sind und in Dampfform, wie tropfbar flüssig, außerordentlich auflösende Kraft gegen viele Substanzen aufweisen.

Rubricirt man die Arten besagter Vorschläge des Wasserdichtmachens nach Grothe:

1) In die Methoden, welche sich einer Kautschukauflösung bedienen (1870 198 264. 1873 208 159). Erfahrungsgemäß lösen die erwähnten Kohlenwasserstoffe zwar nicht den Kautschuk, aber sie schwellen ihn auf, verleihen ihm eine klebrige Beschaffenheit und lockern so offenbar die Cohärenz der kleinsten Theilchen, was bei nothwendig auf einander folgender Bewegung gleichbedeutend mit Undichtheit für Leuchtgas ist.