Text-Bild-Ansicht Band 217

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einem Werkchen von Leroux entnimmt (Les machines magnéto-électriques françaises et l'application de l'électricité à l'éclairage: Paris 1868), ist die durch Oxydation des Zinkes in den Batterien erzeugte Wärme und mechanische Leistung noch immer viel theurer als die durch Verbrennen der Kohle erzeugte, ganz abgesehen davon, daß das Zink beim Auflösen in Schwefelsäure 5 1/2mal weniger Wärme erzeugt, als bei seiner unmittelbaren Verbindung mit dem Sauerstoffe der Luft. Das 15mal theuere Zink liefert nämlich 14mal weniger Wärme als Kohle, seine Anwendung ist also 210mal theurer.

Am 1. März übergab Du Moncel der französischen Akademie in Folge einer Mittheilung Jamin's über die Elektromagnete von Camacho eine Note über ältere Versuche, welche er über die Anziehungskraft von Elektromagneten mit röhrenförmigem Kern (eine einzige Röhre) angestellt hatte. Bei den Elektromagneten, welche Du Moncel mit einander verglich, war die Anziehungskraft bei hohlem Kern nur 2/3 so groß wie bei massivem Kern. Bei den Elektromagneten von Camacho mit mehreren concentrischen, mit Kupferdraht bewickelten Röhren kann daher die Anziehung größer sein wie bei massivem Kern von gleicher Länge und von demselben äußeren Durchmesser. Führte Du Moncel in die 7cm lange und 2mm dicke Röhre von 14mm äußerem Durchmesser einen dieselbe genau ausfüllenden Cylinder ein, so erhielt er nahezu dieselbe Anziehung wie bei massivem Kern von derselben Länge und demselben äußeren Durchmesser. Schnitt er von dem Cylinder eine Platte von 5mm Dicke ab und schloß mit dieser wie mit einem Pfropfen die Röhre, so war die Anziehung nicht geringer als bei massivem Kern. Der Unterschied in der Anziehung bei massivem und hohlem Kern rührt also nur von der Größe der Polfläche her; gibt man dem hohlen die nämliche Polfläche, durch jenen dünnen Pfropfen, so zeigt er dieselbe Anziehung. Als Gegenversuch führte Du Moncel den Rest des Cylinders so ein, daß er 5mm vom freien Ende der Röhre abstand, und da war die Anziehung nicht größer wie bei hohlem Kern ohne Pfropfen.

Man darf daraus noch nicht auf einen von der an den freien Enden eingesetzten Bodenplatte herrührenden Vorzug der Elektromagnete von Stearns gegenüber denen von Camacho schließen, weil Du Moncel's Versuche sich nur auf aus einer einzigen Röhre bestehende Kerne erstreckten.

Als Du Moncel zur Vergrößerung der Polfläche am Ende der Röhre anstatt des Pfropfens einen dieselbe von außen umgebenden Ring ansetzte, verminderte sich die Anziehung etwas, und selbst mit gleichzeitig eingesetztem Propfen erhielt er nicht eine so große Anziehung wie bei massivem Kern. Wenn also bei mehreren Röhren die innerste im Verhältniß zur äußersten einen kleinen Durchmesser hat, so wird bei ihr die Verminderung der Anziehung durch den äußeren Ring die Vermehrung durch den inneren Propfen überwiegen, während bei der zweiten Röhre von außen herein die Verminderung von der Vermehrung übertroffen werden wird. (Nach der Revue industrielle, Januar 1875 S. 497 und März 1875 S. 79.)

E–e.

Die Telegraphie als Unterrichtsgegenstand an polytechnischen Schulen.

Bekanntlich hat die erst vor einigen Jahren errichtete Polytechnische Schule zu Aachen den Anfang damit gemacht, die Telegraphie unter die Zahl ihrer Unterrichtsgegenstände aufzunehmen. Die seit dem 1. Juli d. J. von William Crookes, Mitglied der Royal Society, in London herausgegebene Wochenschrift „The Electrical News and Telegraphic Reporter äußert sich aus Anlaß des ihm zugegangenen Programms der Aachener Polytechnischen Schule darüber folgendermaßen:

„Wir freuen uns, daß das Studium der Elektricität und der Anwendung derselben zur Telegraphie nicht übersehen ist. Unter Prof. Wüllner wird ein wöchentlich vierstündiger Kursus in Experimentalphysik abgehalten, welcher alle Zweige der Elektricitätslehre umfaßt. Einen dreistündigen Cursus über die mathematischen Grundlagen der Physik leitet ebenfalls Prof. Wüllner. Im Sommersemester gibt Dr. Winkelmann einen zweistündigen Cursus über die physikalischen Grundlagen der elektrischen Telegraphie, während im Wintersemester unter dem Telegrapheninspector Wark ein zweistündiger Cursus über praktische Telegraphie folgt. Letzterer bringt volle Unterweisung über die Anlage von Telegraphenleitungen zu Land und zur See, über die verschiedenen Apparate, ihren Gebrauch und ihre Vorzüge; zur Uebung für