Text-Bild-Ansicht Band 218

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sind bisher erfolglos geblieben; doch spielte mir der Zufall vor Kurzem eine Probe leichten englischen gepreßten Glases in die Hand, welches bei dem, gewöhnlichem Tafelglas nahestehenden, specifischen Gewicht = 2,524 die nachstehend aufgeführte Procentzusammensetzung besaß.

Kieselsäure 74,19
Schwefelsäure 0,28
Bleioxyd 0,86
Eisenoxyd, Manganoxydul und Thonerde 0,58
Barit 5,16
Kalk 2,88
Natron 17,02
––––––
100,97

Ob das leichte Moore'sche Glas ähnlich zusammengesetzt, steht natürlich dahin; mustergiltig ist die aufgeführte Zusammensetzung nicht, und wäre es im Interesse größerer Elasticität wie bedeutenderer Resistenzfähigkeit gegen chemische, das Glas erblinden machende Einflüsse wünschenswerth, daß der Barit- und Kalkgehalt wesentlich erhöht, dafür dann der Alkali-, und wenn, wie vorauszusehen, erforderlich, auch der Kieselsäuregehalt herabgedrückt werde. Jedenfalls weist das letztere Glas auch wieder darauf hin, daß es für die Preßglascomposition vom größten Interesse ist, das Verhalten der Baritgläser auf der Hütte selbst einem eingehenden, aber auch von theoretischer Seite nicht irregeleiteten Studium zu unterziehen, da wir im Barit Allem bisher hierüber bekannt gewordenen nach ein erwünschtes Ersatzmittel für das Bleioxyd zu besitzen scheinen. (Sprechsaal, 1875 S. 227.)

Lupinenschrot als Waschmittel für Wolle.

Rohlack (Industrieblätter, 1875 S. 371) hat mit dem besten Erfolg die Abkochung der feingeschrotenen Lupine zum Waschen der Schmutzwolle und bei der Rückenwäsche angewendet.

Reinigung der Abwässer aus Zuckerfabriken.

Napravil (Kohlrausch's Organ für Rübenzuckerindustrie, 1875 S. 503) läßt zur Gewinnung des Düngers und zur Reinigung dieser Abwässer continuirlich Kalkmilch zufließen. Der gebildete Niederschlag setzt sich in großen Flocken ab, das abfließende Wasser ist völlig klar. In 119 Arbeitstagen wurden 3053 W. Ctr. Kalk zu 1005 fl. 95 kr. ö. W. verbraucht und an Tagelohn 190 fl. 89 kr. ausgegeben. Es wurden 26228 W. Ctr. Schlamm folgender Zusammensetzung erhalten.

Wasser 67,8 Proc.
Unlöslicher Rückstand 10,4
Kohlensaurer Kalk 9,7
Schwefelsäure 1,8
Phosphorsäure 0,6
Stickstoff 0,2
Organische Substanz 4,7
Magnesia, Eisenoxyd, Thonerde, Alkalien.

1 W. Ctr. (56k) hat hiernach einen Düngerwerth von 11,85 kr., die 26228 W. Ctr. also von 2885 fl. ö. W.

Die beste Beseitigung und Verwerthung derartiger Abwässer ist die Verwendung derselben zur Berieselung. [Vergl. F. Fischer: Verwerthung der städtischen und Industrie-Abfallstoffe. (Leipzig 1875) S. 154.]

Salpetersäure-Condensation.

Auf der chemischen Fabrik zu Ruysbroeck bei Brüssel wendet man, um die Kühlung der entbundenen Salpetersäure und damit ihre Condensation zu beschleunigen, eine direct hinter dem Zersetzungsgefäße angebrachte Vorrichtung an, welche von