Text-Bild-Ansicht Band 218

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Göbel zu Ruysbroeck herrührt und aus einem System von Glasröhren besteht, hinter welchem nur noch 3 bis 4 Condensationsvorlagen nöthig sind, wo man deren, ohne jene Vorrichtung, 12 bis 14 bedarf. Die Vorrichtung soll gut haltbar und dauerhaft sein und dürfte sich besonders auf die Dauerbarkeit der ersten Töpfe und Rohre, welche direct hinter dem Apparate stehen und gewöhnlich wegen der Hitze schnell verschleißen, von wohlthätigem Einflusse zeigen.

Fr. Bode.

Carbolsäure zur Conservirung der Säfte in den Zuckerfabriken.

Nach einer Mittheilung des Dr. Hulva wird Phenol in einigen Zuckerfabriken Schlesiens mit dem besten Erfolge zur Conservirung der Säfte angewendet. Schon der Zusatz von 1k desselben auf 100000 bis 200000k Rüben zu dem Inhalt der Wärmpfanne, größtentheils Absüßwässer, genügt, diesen stets klar und gesund zu erhalten. Bei mehrjähriger Anwendung in der Diffusion und Maceration hat man nie ein Umschlagen der Säfte oder eine Gährung der Nachproducte beobachten können. (Zeitschrift des Vereins für Rübenzuckerindustrie des deutschen Reiches, 1875 S. 640.)

Hopfenconservirung.

Jung (Bayerisches Industrie- und Gewerbeblatt, 1875 S. 235) glaubt das Problem, Hopfen zu conserviren, durch folgendes, in Bayern patentirte Verfahren gelöst zu haben. Er füllt eine mit Blech ausgeschlagene Kiste mit Hopfen, leitet Kohlensäure hinein und schließt die Kiste hermetisch, um so den Hopfen dauernd vor dem Einfluß des atmosphärischen Sauerstoffes zu schützen.

In der vom Patentinhaber beschriebenen Weise ausgeführt, wird er dies wohl nicht erreichen.

Conservirung der Eier.

Sacc empfiehlt die zu conservirenden Eier mit Paraffin zu überziehen; 1k Paraffin soll für 3000 Eier genügen. Erforderlich ist die Verwendung von frischen und gesunden Eiern, da sonst die bereits begonnene Zersetzung trotz des Paraffinüberzuges fortschreiten würde. (Biedermann's Centralblatt für Agriculturchemie, 1875 Bd. 2 S. 274.)

Ersatz von Hundekoth in der Gerberei.

Benker in Joachimsthal (Der Gerber, Bd. 1 Nr. 4 und 24) verwendet mit Erfolg statt des Hundedüngers Peruguano. Auf 1000 Stück B. A. Schmaschen werden 3k Peruguano in ein möglichst hohes Gefäß gegeben, welches das Vierfache der Guanoquantität fassen muß. Auf den Guano kommt ein Aufguß von heißem Wasser bis zur Höhe von 3/4 des Fasses. Diese Mischung wird stark umgerührt und dabei calcinirte Soda im Gesammtgewicht von 420g, jedoch nur in kleinen Portionen von 50g, unter fortwährendem Umrühren zugesetzt.

Sollte die Mischung noch sauer sein, was am Schäumen und Aufbrausen bemerklich ist, so setzt man noch etwas Soda hinzu, doch genügen bei 3k Guano 420g; es wird in der Mischung sogar noch ein Ueberschuß von Soda vorhanden sein, welcher den günstigsten Einfluß ausübt. Das übrige Verfahren ist wie mit Hundedünger.

Bei anderen Ledersorten ist das Verhältniß nach obigen Angaben leicht festzustellen.

Von anderer Seite werden Versuche mitgetheilt, nach denen in der Glacé-Lamm-Lederfabrikation statt des Hundekothes Schwefelnatrium in entsprechender Weise angewendet werden kann.