Text-Bild-Ansicht Band 220

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mit Wasser aus, verdampft die Lösung zur Trockne und berechnet das Natron aus dem gewogenen Rückstand.

Ein auf diese Weise untersuchter Salpeter zeigte folgende Zusammensetzung:

Salpetersaures Kalium 99,8124
Salpetersaures Natrium 0,0207
Salpetersaures Magnesium 0,0093
Salpetersaures Calcium 0,0006
Chlornatrium 0,0134
Unlöslicher Rückstand 0,0210
Feuchtigkeit 0,1226
––––––––––
100,0000.

Zur Darstellung des Platins.

Die von Deville und Debray (1859 153 38) 154 130. 199. 287. 1862 165 198. 205) empfohlenen Methoden der Platindarstellung auf trockenem Wege haben in die Platin-Industrie keinen Eingang finden können, da sich der Anwendung derselben vielfache Schwierigkeiten in den Weg stellten. Die Schmelzung des Platins in größern Massen zu einem homogenen Ganzen ist keine leichte Arbeit und bietet nicht immer die wünschenswerthe Garantie, daß das Platin auch von sämmtlichen Verunreinigungen befreit wird; auch haben die Legirungen des Platins mit dem Iridium und Rhodium nicht genügende Verwendung gefunden. Daher wird bisher noch überall die Darstellung des Platins auf nassem Wege ausgeführt. Auf der Petersburger Münze wurde die Methode von Döbereiner angewendet, welche auf der Annahme beruht, daß das Platin aus Lösungen, in denen es als Chlorid enthalten ist, bei Ausschluß von Licht nicht durch Kalk gefällt wird. Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese Annahme nicht richtig ist; es wird das Platin auch theilweise durch Kalk gefällt, und das aus der Lösung gewonnene Platin ist nicht rein, sondern noch mit Iridium gemengt. Bessere Resultate gibt das Verfahren von Schneider (1868 190 118).

In der Fabrik von Heräus in Hanau wird nach I. Philipp (Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung, Heft 20 S. 999) folgendes Verfahren befolgt. Das rohe Erz wird mit einem Gemisch von 1 Th. Königswasser und 2 Th. Wasser in Glasretorten unter 314mm Wasserdruck gelöst, die Lösung eingedampft und die trockene Masse auf 125° erhitzt, bei welcher Temperatur das Palladium- und Iridiumsalz zu Chlorür reducirt werden (aus der ursprünglichen Lösung des Platinerzes in Königswasser erhält man durch Salmiak stets einen rothen Iridium- und eisenhaltenden Niederschlag). In der nun mit Salzsäure sauer gemachten und geklärten Lösung entsteht durch Salmiak ein Niederschlag von reinem Platinsalmiak, während Iridiumsalmiak sich beim Eindampfen der Mutterlaugen abscheidet. Aus der nach der Fällung des Platinsalmiaks verbleibenden Lösung werden die Metalle durch Eisendrehspäne gefällt; der durch Salzsäure vom überschüssigen Eisen befreite Niederschlag wird aufs Neue in Königswasser qelöst; aus der Lösung erhält man durch Salmiak eine neue Menge Platin- und Iridiumsalmiak. Der aus dem Platinsalmiak durch Glühen erhaltene Platinschwamm wird gepreßt, alsdann in Stücke zerbrochen und im Kalktiegel mit überschüssigem Sauerstoff zusammen geschmolzen. Das meiste im Handel vorkommende Platin ist nicht rein, sondern enthält, wie die russischen Münzen, bis 2 Proc. Iridium — eine Beimengung, welche das Platin besonders geeignet für Geräthe macht.

Zur Darstellung der das Platin begleitenden Metalle, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Osmium und Iridium, werden, die bei der Platindarstellung erhaltenen Mutterlaugen eingedampft, wobei sich Iridiumsalmiak mit wenig Platin ausscheidet. Die concentrirte Lauge wird einige Zeit bei Seite gestellt, vom ausgeschiedenen Iridiumsalmiak getrennt, verdünnt und mit Zink gefällt. Der Niederschlag wird mit Salzsäure digerirt, gewaschen und geglüht. Königswasser löst aus demselben Palladium und eine kleine Menge Gold auf, während unreines Rhodium zurückbleibt. Die Lösung wird mit Ammoniak übersättigt und durch Salzsäure das Palladium ausgefällt. Der Rückstand vom Auflösen des Platins, der bei russischem Platin durchschnittlich gegen 8 Proc. beträgt, wird, um ihn mürbe zu machen, geglüht, gemahlen