Text-Bild-Ansicht Band 220

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unter Umständen sogar unmöglich wird. Hat man die Ueberzeugung gewonnen, daß das Mauerwerk auf ungefähr 300mm Tiefe trocken ist, so belegt man zuvörderst den Boden der Rast, d. h. die Sättel, kreuzweis mit einer Schicht trockenen Holzes, darauf schüttet man ca. 300 bis 500mm hoch Kohle oder Torf, alsdann die erste Schicht Kalkstein in gleicher Höhe, und fährt mit dem Wechsel von Kohle und Kalkstein in gleicher Weise fort, bis etwa 600mm über die Gasdüsen hinaus, von wo ab der Schacht bis zur Gichtmündung ausschließlich mit Stein gefüllt werden kann. Innerhalb dieser Zeit sind auch die Generatoren zu beschicken. Man breitet zu dem Ende erst eine Schicht Hobelspäne auf den Planrosten aus, legt darauf eine Lage gespaltenen Scheitholzes und beschütttet dieselbe bis zum Rande der Zargen mit dem zu verwendenden Brennmaterial. Bevor man das Feuer in den Generatoren in Gang bringt, muß die Glut in dem Schachte bereits die untern Schaubüchsen erreicht haben, denn nur dann wird die Entzündung des Gases eine zweifellose und constante sein. Das erste Kalkziehen hat spätestens 3 Stunden nach Zutritt des Gases zur Gicht zu beginnen und von da an, je nach dem Bedarf an Kalk, in Pausen von nicht unter 1½ und nicht über 3 Stunden möglichst rasch nach einem bestimmten Maße zu erfolgen; nach einem jeden Abzuge ist bei der Gicht sofort wieder an dem ganzen Umfange des Ofens Kalkstein nachzufüllen.

Nachschrift. Ein in Pirna bei Dresden nach diesem System errichteter Röstofen für Magneteisenstein hat sich ebenfalls ganz vorzüglich bewährt und in Hinsicht auf Leistungsfähigkeit, Ersparniß an Brennstoff etc. alle Röstöfen mit directer Feuerung übertroffen, so daß der Basteiofen auch für Eisenhüttenwerke sich empfehlen würde.

 Verbesserter Bleichapparat für Rohzucker aus Zuckerrohr.

Mit einer Abbildung auf Taf. II [d/3].

Bekanntlich wendet man zur Reinigung der Säfte aus Zuckerrohr schweflige Säure mit gutem Erfolge an; der in Figur 21 dargestellte, von Lescale und Guedry in Paincourtville, Assumption Parish, La. (Nordamerika), ausgeführte Apparat dieses Systems soll sich nach dem Scientific American, Februar 1876 S. 86, in der Praxis gut bewährt haben, daher er hier kurz vorgeführt werden mag.

Der Apparat besteht aus einem aufrechten Kasten A, in welchen am höchsten Punkte der Zuckersaft aus der Rinne D einfließt; derselbe