Text-Bild-Ansicht Band 221

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Daß nun das letztere Salz trotz des Vorzuges vor dem unterschwefligsauren Natron wegen seiner Unschädlichkeit, und trotz des Vorzuges vor dem schwefligsauren Natron durch seine größere Absorptionsfähigkeit nicht schon längst als Antichlor in Aufnahme gekommen ist, mag wohl darin seinen Grund haben, daß es sonst wenig oder keine Verwendung in der Industrie gefunden hat und daher im Handel nicht vorgekommen ist.

Seit mehreren Jahren wird indeß salpetrigsaures Natron in großer Reinheit und größern Quantitäten in der Fabrik von Carl Lieber in Charlottenburg dargestellt. Es ist bis jetzt als Oxydationsmittel für rothe Farbstoffe, ferner zum Reinigen der Fette vielfach und mit großem Nutzen angewendet worden, und dürfte jedenfalls bei dem jetzigen billigen Preise auch als Antichlor namentlich für Papierfabriken große Vortheile den bisher verwendeten Salzen gegenüber darbieten.

Beiträge zur Fabrikation des Leimes; von Dr. Bruno Terne in Cambridge (Mass. Nordamerika).

Mit Abbildungen.

Die Literatur auf diesem Gebiet der Verwerthung thierischer Abfälle ist noch eine verhältnißmäßig sehr wenig ausgedehnte, und dürfte es deshalb wohl nicht ganz ohne Interesse sein, nach einer mehrjährigen Praxis auf diesem Feld, die gemachten Erfahrungen zusammenzustellen und der Oeffentlichkeit zu übergeben. Besonders angeregt dazu werde ich durch den betreffenden Ausstellungsbericht über die Wiener Ausstellung 1873 von Prof. W. F. Gintl, welcher in diesem Journal, 1874 214 294 aufgenommen ist.

In der Einleitung seines Berichtes findet der Berichterstatter den zum Spottnamen gewordenen „Leimsieder“ in der That berechtigt und begründet dies mit dem in Deutschland herrschenden System der Kleinindustrie. Die Richtigkeit dieser Verhältnisse zugebend, muß ich für das Gebiet der Vereinigten Staaten Nordamerikas diesen Industriezweig ganz entschieden gegen die gemachten Vorwürfe in Schutz nehmen. Die gewaltigen Werke in New-York, Philadelphia, Chicago, Boston, Baltimore etc. repräsentiren nicht nur durch ihre maschinellen Einrichtungen eine wohlgepflegte Großindustrie, sondern bürgen auch durch die Art und Weise ihrer Leitung, welche meist in den Händen tüchtiger Fachleute, überall von wohlgeschulten Chemikern unterstützt, ruht, die Gewähr,