Text-Bild-Ansicht Band 221

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Das zweite Experiment wurde nach der 26. Probe beendigt, nachdem die dazu benützten Thonkugeln im Gewichte von 80g,15 ungefähr 26g Chlor erzeugt hatten, mit denen man nahezu 78g Chlorkalk hätte machen können.

Mit dem Großbetrieb verglichen, in welchem man mit einem Zersetzungsapparat arbeitete, der 120t Thonkugeln enthielt, sind also beide Experimente nur so weit geführt worden, als einer Production von etwa 120t Chlorkalk entspricht. In diesem Stadium aber gibt ein guter Deacon'scher Apparat noch kein Zeichen einer sinkenden Leistungsfähigkeit. Erst nach einer Production von 500t Chlorkalk fällt die Zersetzung und verschlechtert sich nach 600t so weit, daß ein Betrieb nicht mehr verlohnt.

Es darf daher nicht Wunder nehmen, daß die Thonkugeln am Ende des zweiten Versuches keine Abnahme ihrer Leistungsfähigkeit zeigten. Um so klarer tritt dafür der schädliche Einfluß hervor, welchen Schwefelsäuredampf auf den Gang des Processes ausübt. Eine graphische Darstellung der Resultate beider Experimente macht denselben noch besonders anschaulich (vgl. Fig. 1 und 2 auf Tafel VIII).

Die Curven für die Zersetzung sind gezeichnet unter der Voraussetzung, daß dieselbe eine continuirliche Function aller dabei mitwirkenden Veränderlichen ist, und daß die in einer Probe gefundene Zersetzungsgröße das arithmetische Mittel ist aus allen Zersetzungsgrößen, welche während der Dauer der Probe vorgekommen sind.

Analoge Voraussetzungen sind in Bezug auf die Curve für die Verflüchtigung des Kupferchlorids gemacht.

Auf der Abscisse wurden die Zeiten nach einander abgetragen, welche die einzelnen Probenahmen erforderten, und auf den zugehörigen Ordinaten die in den Proben gefundenen Werthe.

Der erste Versuch ist durch zwei Curven (Fig. 1) dargestellt: 1) um den Verlauf der Zersetzung, und 2) um den Verlauf der Verflüchtigung des Kupfers zu zeigen.

Der zweite Versuch ist nur durch die Curve der Zersetzung (Fig. 2) dargestellt. Die Curve für Verflüchtigung des Kupferchlorids fällt hier in die Abscisse, da sich kein Kupfer verflüchtigte.

Die Curven des ersten Versuches lehren, wie nahe die Maxima der Zersetzung zusammenfallen mit der lebhaftesten Verdampfung des Kupferchlorids; ferner wie die Curve der Zersetzung herabsinkt, sowie Schwefelsäuredämpfe dem Gasstrome beigemengt werden. Nach der ersten Pause zeigt die Curve wieder eine Tendenz zum Ansteigen, und wird nach der zweiten Pause wiederum niedergedrückt durch die eingeführte Schwefelsäure.