Text-Bild-Ansicht Band 222

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Aneinanderhaften der Salzkrystalle zu verhüten, wird etwas Butter oder Talg zugesetzt.

Das so gewonnene Salz besteht aus 97,5 Proc. Chlornatrium, 0,5 Proc. fremder Stoffe und 2 Proc. Wasser.

In der Nähe findet sich Kohle, am Kanawhoflusse auch natürliches Gas, zum Eindampfen der Soolen.

Aus den Mutterlaugen werden in 6 Fabriken bedeutende Mengen Brom gewonnen (vgl. 1875 218 462); früher wurde hier (nach dem Manufacturer and Builder) 1 Pfund (454g) Brom für 9 Dollars, jetzt für 34 Cents verkauft.

Ueber das sogen. plastische Dinaskrystall.

Von diesem bereits (1876 221 345) besprochenen Materiale hat auch H. Seger (Töpfer- und Zieglerzeitung, 1876 S. 273) eine Analyse ausgeführt. Derselbe fand:

Kieselsäure 87,89
Thonerde 7,17
Eisenoxyd 0,82
Kalk 0,95
Kohlensäure, gebundenes Wasser 3,04
–––––
99,87.

Seger bedauert noch, daß C. Bischof eine „Analyse“ von Th. Werner mit seinen eigenen Analysen überhaupt in Parallele stellen mag (1876 221 346), da Werner doch augenscheinlich nur die Reagentien: Tinte, Feder und Papier zu seinen angeblichen Analysen benütze. (Vgl. auch 1876 220 180.)

Das Baumwollbleichen in der Industrieschule zu Flers; von V. Tantin.

Für eine Partie von 100k Baumwollgarn wird 1k Kalk abgelöscht und in 400l Wasser mit 1k 72grädigem Sodasalz eingetragen. Man läßt dann mindestens 12 Stunden absitzen, gießt die klare Flüssigkeit über die Baumwolle im Bauchkessel, welcher 12 bis 14 Stunden im Kochen erhalten wird, wässert im Kessel ab, bis durch den Hahn am Boden desselben ganz ungefärbtes Wasser abfließt, wäscht sorgfältig und windet von Hand oder mit der Maschine aus, um das Chloren vorzunehmen.

Die Chlorflüssigkeit wird in einem Behälter aus Stein oder Cement angesetzt, in welchem 1k englische Schwefelsäure und 200l Wasser sich befinden. In diese Flüssigkeit wird langsam und in kleinen Portionen die klare Lösung von 5k 150grädigem Chlorkalk in 150l Wasser eingetragen. Nach 3 Stunden hat sich der schwefelsaure Kalk vollkommen abgesetzt; ein wenig über dem Niederschlag befindet sich der Hahn, aus welchem man die klare Bleichflüssigkeit in ein kleineres Bassin und von hier ab in die eigentliche Chlorstande mit dem Baumwollgarn ausströmen läßt, bis alle 350l in dieselbe übergegangen sind. Dann öffnet man einen Hahn am Boden der Chlorstande, um die angesäuerte Chlorkalklösung in das Bassin zurück und von da wieder in die Chlorstande über die Baumwolle ausfließen zu lassen. Indem man diese Circulation 2 Stunden andauern läßt, werden die Garne mit dem Bleichwasser getränkt, und gleichzeitig ist der Kohlensäure der Luft Gelegenheit gegeben, einen Theil der unterchlorigen Säure des Chlorkalkes frei zu machen. Dann wird der Hahn geschlossen und die Baumwolle 15 Stunden lang in dem Chlorbad liegen gelassen.

Für das darauffolgende Säurebad wird nicht Schwefelsäure, sondern Salzsäure verwendet, nach dem Verfasser hauptsächlich aus dem Grunde, um die Bildung von schwerlöslichem schwefelsaurem Kalk auf der Baumwolle zu vermeiden, welcher später dem Garn ein rauhes Anfühlen ertheilen und wohl auch in Folge von anhaftender freier Säure das Ultramarin der Schlichte zerstören könnte. Durch energisches Waschen ließe sich zwar diesem Uebelstande abhelfen, aber es scheint eben in Flers nicht genügend fließendes Wasser disponibel zu sein. Im Ganzen werden auf 100k Garn 2l Salzsäure verwendet, welche in vier gleiche Portionen vertheilt werden. Die erste wird in 100l des gebrauchten Chlorbades in das kleine Bassin gegeben und diese Mischung