Text-Bild-Ansicht Band 222

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erscheinen verschiedene Aufsichtsbezirke viel zu groß, und halten wir eine Theilung derselben für ein dringendes Bedürfniß.

5) Das Präsidium des deutschen Weinbauvereins wird ermächtigt, an diejenigen deutschen Staaten, in deren Gebiete sich Weinberge befinden, Petitionen zu richten, daß die nothwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um die in dem Gebiete derselben aufgefundenen Infectionsherde in der kürzesten Zeit vernichten zu können.

Zur Alkoholgährung.

Ueber die Alkoholgährung durch Mucor Mucedo und M. racemosus hat A. Fitz (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1876 S. 1354) Versuche gemacht, die zu folgenden Resultaten führten.

M. racemosus wächst in einer Lösung von Milchzucker, vermag ihn aber nicht in Gährung zu versetzen. Der invertirte Milchzucker vergährt leicht; der Pilz vermag den Milchzucker nicht zu invertiren.

Inulin wird von M. racemosus nicht in Gährung versetzt, dagegen die daraus bereitete Levulose.

Der Alkoholgehalt erreicht für M. racemosus bei 25 bis 30° nach 6 Wochen 2,5 Gew. Proc., für M. Mucedo bei 30° nach 7 Wochen 0,8 Gew. Proc.

Das elektrische Leitungsvermögen der Säuren.

F. Kohlrausch berichtet über das elektrische Leitungsvermögen der Chlor-, Brom- und Jodwasserstoffsäure, der Schwefel-, Phosphor-, Oxal-, Wein- und Essigsäure in wässerigen Lösungen. Wir entnehmen der sehr ausführlichen Arbeit (Poggendorff's Annalen, 1876 Bd. 159 S. 233 bis 275) nur die Mittheilung, daß das Maximum des Leitungsvermögens (7330) für die Salpetersäure bei 29,7 Proc. HNO₃ oder 1,185 spec. Gew. liegt, für die Salzsäure (7174) bei 18,3 Proc. HCl oder 1,092 spec. Gew.. für Schwefelsäure (6914) bei 30,4 Proc. H₂SO₄ oder 1,224 spec. Gew., für die Phosphorsäure (1962) bei 46,8 Proc. H₃PO₄, für die Oxalsäure (785) bei 9,4 Proc. H₂C₂O₄ und für die Essigsäure (15,2) bei einem Gehalt von 16,6 Proc. H.C₂H₃O₂ oder 1,022 spec. Gew.

Autokinetischer Telegraph.

Unter vorstehendem Namen wird im Telegraphic Journal, 1876 Bd. 4 S. 242 eine von einem Spanier erfundene Telegrapheneinrichtung beschrieben, welche, bei Verwendung von blos zwei Leitungen, Sicherheit bieten soll, daß, wenn zwei in einer und derselben Telegraphenlinie liegende Stationen, z.B. bei einem Feuerwehr- oder Diebes-Telegraphen, zugleich ein Signal geben, diese beiden Signale sich nicht gegenseitig stören, sondern nach einander regelrecht abtelegraphirt werden. Es soll dadurch die Möglichkeit beschafft werden, „alle einzelnen Häuser und Geschäftslocale einer Stadt mit sehr geringen Kosten in telegraphische Verbindung mit einem Wachtlocale zu setzen“. Der Sender soll dazu so viele Schließungsräder, als verschiedene Meldungen gemacht werden sollen, erhalten; wird der Umschalterhebel einer Station auf den mit der betreffenden Meldung bezeichneten Knopf gedreht, so schließt er die auf der Wachtstation stehende Batterie durch das zugehörige Schließungsrad zur Erde, so daß in der Wachtstation erst eine Lärmglocke ertönt und dann ein Morseschreiber mit Selbstauslösung die Meldung niederschreibt. In dem Senderkästchen befindet sich nun aber noch ein Elektromagnet, welcher den Umschalterhebel auf dem Contactknopfe, auf welchen er gedreht wurde, so lange festhält, bis die beabsichtigte Meldung vollständig abtelegraphirt ist. Ist das Abtelegraphiren vollendet, so läßt, mittels der zweiten Leitung, der Elektromagnet den Umschalterhebel frei und dieser springt in seine Ruhelage zurück, als Zeichen der vollendeten Abtelegraphirung. – Dazu bemerkt der Director der Londoner Börsentelegraphen-Compagnie (a. a. O. S. 264), daß auf den Linien der 1871 gegründeten amerikanischen District-Telegraphen in New-York