Text-Bild-Ansicht Band 222

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1876 S. 1542) berichtet jetzt über einen Fall, in welchem ein Kind, das mit einer Gummipuppe gespielt, krank wurde. Bei der Untersuchung ergab sich, daß die Figur 60,58 Proc. Zinkoxyd enthielt, dazu etwas Kalk, Eisenoxyd und Phosphorsäure, zusammen 62,64 Proc. Asche. Eine andere, aus Braunschweig bezogene, als unschädlich bezeichnete Figur enthielt trotzdem 57,68 Proc. Zinkoxyd, mit Spuren von Blei, Eisen und Kalk.

Zur Verfälschung der Seife.

Zur Herstellung der Silberseife, Scheelseife, auch glatten Elaïnseife genannten weißen Schmierseife werden folgende Ansätze empfohlen. Für weiße Seife: 600k Baumwollenöl, 200k Knochenfett, 200k Talg oder 600k Baumwollenöl, 300k Palmkernöl; für gelbe Seife: 700k Leinöl, 100k Palmöl, 200k Talg oder 600k Leinöl, 50k Palmöl und 150k Palmkernöl, je nach der Jahreszeit.

Die Fette werden bei langsamem Feuer mit 18° Kalilauge verseift und dann mit 20 bis 25° Lauge abgerichtet und wie gewöhnliche Schmierseife in klarem Leim gesotten.

„Soll die Seife auf 500k Ausbeute gefüllt werden, so bringt man auf 1000k Ansatz:

320k kohlensaure 5°-Pottaschenlauge in ein Faß, löst darin

300k Kartoffelmehl auf, gibt alsdann

320k Natronwasserglas von 38 bis 40°, wie es im Handel vorkommt, hinzu und rührt Alles gut auf.

In ein anderes, nicht zu hohes Faß schlägt man nun von der heißen Seife 2/3 voll aus und gibt langsam bei tüchtigem Rühren oder Durchkrücken von der Füllung hinein, gibt diese Mischung wieder in den Kessel und arbeitet ununterbrochen durch. Auf diese Weise fährt man fort, bis die ganze Füllung untergebracht ist. Die Seife wird hierauf zähe werden und muß nochmals abgerichtet werden. Dies geschieht wie bei der Naturkornseife und grünen Schmierseife mit starken Laugen von 25 bis 26° B.

Gewöhnlich gebraucht man zu 1000k Ansatz:

400k 25°-Pottaschenlauge und

200k 25°-Sodalauge.

Diese Laugen werden der Seife unter tüchtigem Krücken zugegeben, wonach sie wieder kurz und fest wird.“ (Neue Seifensiederzeitung, 1876 S. 168.)

Wenn so selbst Fachzeitschriften die Verfälschung der Seife mit Wasserglas und Kartoffelmehl empfehlen, ist Vorsicht beim Einkauf dringend geboten.

Handcentrifuge zum Ausschleudern des Honigs.

In diesem Journal (1868 187 437) machte bereits Gößler auf die Vortheile der Centrifuge zum Auslassen des Honigs aufmerksam. – Der rationelle Bienenzüchter erhält auf diese Weise nicht allein einen völlig klaren Honig von vorzüglichstem Geschmack, sondern er kann auch die entleerten Rähmchen wieder in die Stocke einhängen, da der Zellenbau durch die Operation des Ausschleuderns wenig oder gar nicht leidet. Die Bienen bessern die schadhaft gewordenen Stellen schnell aus und schränken alsdann die Wachsproduction zu Gunsten einer bedeutend vergrößerten Honigausbeute ein, was nach allen Erfahrungen für den Bienenzüchter weit lucrativer ist als eine gleichförmige Gewinnung von Wachs und Honig. Die angewendeten Apparate sind aus Zinkblech oder Holz dargestellt; der Centrifugeneinsatz ist zur Aufnahme von 3 oder besser 4 Rähmchen bestimmt.

In der wegen ihres vorzüglichen Honigs berühmten Eifel sind, wie M. Adlung in der Deutschen Industriezeitung, 1876 S. 352 berichtet, Centrifugen von nachstehender Construction vielfach im Gebrauch. Die verticale Drehachse steht in einer aus Eichenholz dargestellten Bütte von 57cm Durchmesser; oben ist sie durch einen Bügel gestützt, welcher von zwei mit der Bütte verbundenen Standern getragen wird; unten ist für ihren Zapfen in der Mitte des Büttenbodens eine Spurlatte angebracht. Am Umfange des Büttenbodens befindet sich eine verschließbare Ausflußöffnung. Der Centrifugeneinsatz besteht aus einem vierseitigen Rahmen, der auf einer Holzscheibe