Text-Bild-Ansicht Band 222

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von 45cm Durchmesser steht. Die Ecken des vierseitigen Rahmens werden durch starke dreikantige Leisten von 22cm Höhe gebildet, die um 25cm von einander abstehen und von oben und unten durch horizontale schmale Leisten mit einander verbunden sind; jede Seite des Rahmens ist in der Mitte noch durch eine verticale Leiste versteift und immer mit parallel laufenden Hanfschnüren oder Drähten überzogen.

Ehe man die Wabenrähmchen in den Apparat stellt, öffnet man mittels eines. scharfen Messers oder einer Rolle, die mit dicht neben einander stehenden Stiften besetzt ist, die zum größten Theil zugedeckelten Honigzellen, hängt nun die Zapfen des Rähmchens in einen flachen Ausschnitt der dreikantigen Leisten des Centrifugeneinsatzes und beginnt, sobald vier Rähmchen eingebracht sind, mit dem Schleudern, indem man die Welle unterhalb ihrer obern Unterstützung mit einer 2m langen Schnur umwickelt und letztere wiederholt vorsichtig, doch kräftig abzieht. Der in der Centrifuge zusammenlaufende Honig wird durch ein Gazesieb in Steintöpfe abgefüllt. Selbstverständlich müssen die Waben nach Entleerung der einen Seite herum gedreht werden.

Die Reinigung der Centrifuge nach dem Gebrauche läßt man am vortheilhaftesten durch die Bienen selbst vornehmen, indem man den Apparat, während die Sonne scheint, in die Nähe des Bienenstandes stellt. Der geschleuderte Honig wird um 50 Pf. pro Kilogramm höher bezahlt als der durch Auspressen erhaltene.

Zur Nachweisung von Traubenzucker.

Als ein sehr haltbares, auch bei längerm Kochen sich nicht veränderndes Reagens zur Nachweisung von Traubenzucker empfiehlt A. Soldaini (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1876 S. 1126) eine alkalische Kaliumkupfercarbonatlösung. Zur Herstellung derselben werden 15g gefälltes kohlensaures Kupfer allmälig in eine Lösung von 416g Kaliumbicarbonat in 1400cc Wasser eingetragen. Die so erhaltene Lösung wird durch Fruchtzucker und Milchzucker, nicht aber durch Rohrzucker, Dextrin oder Stärkekleister reducirt, sofern diese letztern Substanzen keine Glycose enthalten. Auch Weinsäure, Harnsäure und normaler Urin sind ohne Wirkung; aber Gerbsäure und Ameisensäure bewirken in der Wärme eine Abscheidung von Kupferoxydul.

Vergiftungen durch verschimmeltes Brod.

Nach längerm Genuß von unter Zusatz von Maismehl gebackenem Brod, wie es von einem Theil der Landbevölkerung der lombardischen Ebene verbraucht wird, treten öfters sporadisch Krankheiten auf, welche sehr häufig einen tödtlichen Ausgang nehmen. Man hat die Ursache darin gesucht, daß das erwähnte Mehl und das daraus gebackene Brod sehr leicht verschimmelt. Schon 1871 hat Gombroso in Pavia dargethan, daß der Extract des verschimmelten Maismehles auf Menschen und Thiere giftig wirkt, und in letzter Zeit haben Brugnateli und Zenoni daraus mittels des Stas-Otto'schen Verfahrens eine alkaloidartige Substanz abgeschieden. Das Alkaloid ist eine weiße, leicht veränderliche, nicht krystallinische Substanz, unlöslich in Wasser, leicht und mit alkalischer Reaction löslich in Alkohol und Aether. Besonders bemerkenswerth ist, daß die schwefelsaure Lösung auf Zusatz von oxydirenden Agentien eine blauviolette Färbung entstehen läßt, welche der entsprechenden Reaction des Strychnins täuschend ähnlich ist. Die Reaction gelingt auch mit Schwefelsäure, welche Spuren von Oxyden des Stickstoffes enthält. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1876 S. 1437.)

Salz- und Bromfabrikation im Ohio-Thale.

Die Soolen werden aus 240 bis 300m tiefen Brunnen, welche durch verschiedene feste Gesteine, gewöhnlich auch durch zwei Kohlenlager niedergebracht sind, gewonnen und zur Klärung in hölzerne Behälter gepumpt. Nach dem Abdampfen in eisernen Pfannen wird die Soole in hölzerne Krystallisirbehälter abgelassen. Um hier das