Text-Bild-Ansicht Band 222

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Notizen von der Weltausstellung in Philadelphia 1876; von Ingenieur Müller-Melchiors.

Mit Holzschnitten und Abbildungen auf Tafel XI.

(Fortsetzung von S. 418 dieses Bandes.)

58. Indirect intermittirend wirkender Regulator von Johann Georg Bodemer.

Die Zahl der in Philadelphia ausgestellten Regulatoren war Legion, und wir hatten schon mehrfach, um unserer Referentenpflicht zu genügen, über besonders eigenthümliche Constructionen berichtet, welche in der Maschinenhalle zu finden waren.1) Indessen hatten alle diese, außer mehr oder weniger gelungenen Detailconstructionen, nichts wesentlich Neues aufzuweisen und stehen weit hinter zwei deutschen Ausstellungsobjecten zurück, von denen in folgendem zunächst der Regulator von J. G. Bodemer in Zschopau (Sachsen) beschrieben werden soll. Um jedoch die wesentliche Charakteristik dieser geistreichen Construction genügend klar zu legen, möge es uns gestattet sein, vorher einen Ueberblick über die bestehenden und überhaupt möglichen Systeme von Geschwindigkeitsregulatoren vorausgehen zu lassen.

Die zur Bewegungsregulirung der Motoren bestimmten Apparate werden seit langer Zeit eingetheilt in statische und astatische Regulatoren, unabhängig davon, ob sie Centrifugal-Regulatoren seien, oder auf irgend eine andere Weise (wie Allan, Moncrieff u.a.) die veränderte Umdrehungsgeschwindigkeit der Maschine zum Ausdruck bringen. Als Unterscheidungsgrund gilt dabei, daß der statische Regulator für jede Stellung je eine besondere Gleichgewichtsgeschwindigkeit hat, der astatische dagegen in allen Stellungen dieselbe Gleichgewichtsgeschwindigkeit fordert. Diese Eintheilung bezieht sich jedoch blos auf den Geschwindigkeitsmesser, welcher nur die eine Hälfte des Mechanismus darstellt, den man als Regulator zu bezeichnen pflegt; den zweiten Bestandtheil constituirt

1)

Vgl. Condé und Shive * 1876 221 198. 395. Tremper * 1876 222 103. (S. auch Maxim * 1876 222 296.)