Text-Bild-Ansicht Band 223

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muß dieselbe mit geschmolzenem Kautschuk ausgefüllt und die betreffende Stelle nach dem Erkalten der geschmolzenen Masse mit einer feinen Feile abgerundet werden. Es kann ferner vorkommen, daß ein solcher Kautschukmantel nach einiger Zeit feine Risse oder Sprünge zeigt, welche für den Druck wenigstens gewisser Artikel von Nachtheil sein kann; diesem Uebelstand, welcher wohl auf einen Fehler in der Herstellung des Kautschuks zurückzuführen ist, begegnet man am besten durch vorsichtiges Bearbeiten mit der Feile oder auf der Drehbank. Endlich ist noch zu erwägen, daß nicht alle Druckmaschinen für die Einrichtung der Kautschukmäntel sich eignen, sondern nur solche, deren Construction ein Herausnehmen des Pressionscylinders ohne allzu große Schwierigkeiten gestattet; es sind also namentlich die Maschinen englischer Construction, deren Gestell für die Erneuerung der Kauschuklage auf einer Seite förmlich demontirt werden müßte, und deren Bauart aus diesem Grund die Anwendung des Kautschukmantels weniger vortheilhaft erscheinen läßt.

Kl.

Ueber die giftigen Eigenschaften des Fuchsins; von Bergeron und Cloüet.

Die Frage, ob die Anilinfarbstoffe als Färbemittel für gewisse Nahrungsstoffe und Getränke zulässig sind oder nicht, hat schon die verschiedensten Beantwortungen gefunden. Die Pariser Polizeipräfectur, obgleich sie den gefärbten Nahrungsmitteln einen besondern, sehr detailirten Erlaß gewidmet hat, läßt diese Frage offen, sofern sie die Anilinfarben weder unter den verbotenen, noch unter den erlaubten Farbstoffen aufführt. A. Husemann hat im American Journal of Pharmacy, 1875 S. 210 einen Fall veröffentlicht, wonach mehrere Kinder durch den Genuß von mit Fuchsin gefärbten Bonbons sich den Tod zugezogen haben sollen. Das zur Verwendung gekommene Fuchsin zeigte freilich bei der Untersuchung, daß es die Hauptbedingung, arsenfrei zu sein, nicht vollkommen erfüllte, trotzdem daß der heutige Stand der Fuchsinfabrikation die Darstellung eines arsenfreien Productes ermöglicht. Aber der Arsengehalt war so gering, daß die tödtliche Wirkung demselben nicht zugeschrieben werden konnte; vielmehr wurde Husemann durch die Analyse in seiner Ansicht bestärkt, daß das Fuchsin selbst, um so mehr aber, wenn es mit arseniger Säure auch in geringer Menge verbunden in den menschlichen Körper gelangt, ein sehr gefährliches Gift sei. Auf der andern Seite haben Eulenburg und Vohl auf Grund ihrer