Text-Bild-Ansicht Band 225

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da es kaum möglich ist, diese Körper in geringeren Mengen so rein herzustellen, als dies in großem Maßstabe mittels Colonnen geschieht.

Von den hier in Betracht kommenden Alkoholderivaten sind neben den reinen Alkoholen besonders hervorzuheben die Chloride, Bromide und Jodide derselben; von nahezu gleicher Wichtigkeit als Ausgangspunkte sind die Hydroxylderivate, also Aldehyde, Säuren, Ketone und Aether. Demnächst sind die Ammoniakabkömmlinge als Aminbasen, Säure-Amide und -Nitrite von Belang, während bei den übrigen, selteneren Körpern sich das Interesse der Wissenschaft bald diesem, bald jenem mit Vorliebe zuwendet. Eine große Anzahl endlich der schwieriger zu gewinnenden Verbindungen werden vorzugsweise zur Completirung der Sammlungen gebraucht, so daß ihr Bedarf auf kleine Quantitäten beschränkt bleibt.

In der Fabrikation muß man in vielen Fällen sich von den in den Laboratorien gebräuchlichen Methoden freimachen und an Stelle der Glasgefäße Apparate von Thon, Porzellan, Silber oder Kupfer treten lassen, während die beliebten zugeschmolzenen Röhren großen Digestoren weichen müssen und das Heizgas vielfach durch gespannten oder überhitzten Wasserdampf ersetzt wird. Ueberhaupt liegt in der Wahl der Gefäße oft die Hauptschwierigkeit bei der Darstellung der bisher nur in geringen Mengen in den Laboratorien der Chemiker gewonnenen Verbindungen.

 Miscellen.

Amerikanische Schneepflüge.

Die alteuropäische Methode, den Schnee schlecht und recht von der Fahrbahn abzuheben und auf den Seiten derselben abzulagern, ist nun ein überwundener Standpunkt. Nach John Mabbs' Patent (abgebildet im Scientific American Supplement, November 1876 S. 731) stößt die Locomotive statt des Schneepfluges einen kleinen Wagen mit eigener Dampfmaschine vor sich her. Die Maschine treibt eine Luftcompressionsmaschine, die in einen unten offenen Schuh ausbläst, welcher vor dem Wagen angebracht ist und die ganze Breite der Fahrbahn einnimmt. Die Wirkung ist nun selbstverständlich; der Schuh nimmt beim Vorwärtsschieben die Schneemassen des Bahnkörpers in sich auf, die Luft schleudert dieselben in die Höhe und bläst durch ein stellbares Mundstück am Obertheile des Stiefels den Schnee nach irgend einer beliebigen Richtung in die Ferne.

Noch radicaler geht aber J. H. Pielert vor. Nach derselben Quelle stellt er einen kleinen Dampfwagen her, der vorn einen Excavator trägt und sich damit in den Schnee hineinschaufelt. Um den Excavator ist ein Gehäuse, in welchem oben, von der Dampfmaschine des Wagens getrieben, ein Ventilator sitzt, der die vom Excavator ausgeschaufelten Schneemassen ansaugt und in das Innere eines großen, fortwährend geheizten Röhrenkessels bringt, worin sie zu Wasser zerschmolzen werden!

Noch eine Frage: Könnte man nicht den Dampf dieses Kessels gleich zum Betrieb der Maschine verwenden?

M-M.

Methode zur Prüfung von Eisenbahnschienen.

Eine neue Methode zur Prüfung der Schienen soll nach der Eisenbahn, 1877 S. 59 in den Walzwerken zu Barrow (England) angewendet werden und darin bestehen, daß der Kraftaufwand, welcher erforderlich ist, um die Schiene zu lochen, gemessen und von der Lochmaschine selbst gleich in die Schiene gestanzt wird. Um dabei den schädlichen Einfluß des Lochens auf Stahlschienen zu vermeiden, werden die