Text-Bild-Ansicht Band 225

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bei Seite gelegt, während andere Stücke den Schwefelkasten passiren. Nach dreistündigem Liegen wird sie wieder vorgenommen, um die 5 Stücke genau wie das erste Mal ihre 3 Touren durch den Kasten zurücklegen zu lassen. Die 6 mal geschwefelte Waare bleibt über Nacht auf der Walze aufgerollt liegen, wird hernach zweimal breit durch 50° warmes Wasser genommen und zuletzt im Fluß gewaschen. Die hierzu verwendete Waschmaschine ist ein Mittelding zwischen einem Clapot und einem Haspel; sie besteht aus einer obern, mittels eines Hebels leicht aufzuhebenden, und einer untern cannelirten Walze. Es werden auf ihr immer 5 Stücke zumal geputzt, von denen jedes im Fluß sein eigenes Fach hat, in welchem es sich sammelt, ohne im Wasser um eine Walze herumzulaufen. Nach Mündigem Waschen wird die Waare in der Centrifugalmaschine ausgeschleudert, breitgelegt und feucht entweder zum Grundiren, oder, wenn die Wolle keinen Zinngrund erhalten soll, sogleich zum Bläuen gegeben, was auf der Klotzmaschine unter Anwendung von ganz reinem, grünstichigem Anilinblau (vgl. 1877 223 551) vorgenommen wird. Endlich werden die gebläuten Stücke auf der Trommel getrocknet, zweimal auf der rechten, einmal auf der linken Seite geschoren und warm gerollt, womit sie für den Druck fertig sind.

Ueber die beste Benutzung des Abflusswassers aus Kartoffelstärkefabriken.

Das Abflußwasser der Kartoffelstärkefabriken – und ebenso auch der Weizenstärkefabriken (vgl. 1866 182 326) – wird in den meisten Fällen unbenutzt abgeleitet und bildet sehr häufig den Grund zu Beschwerden und Klagen gegen die betreffenden Fabriken, da die in dem Abflußwasser in reichlichen Mengen enthaltenen fäulnißfähigen Stoffe in eine intensive Fäulniß übergehen und hierdurch nicht allein die Umgegend verpesten, sondern auch der Fischzucht in den Gewässern, die schließlich das Abflußwasser aufnehmen, einen erheblichen Schaden zufügen. Eine Reinigung des Abflußwassers ist daher als eine durchaus billige Forderung der Anwohner und der Fischereibesitzer zu bezeichnen. (Vgl. 1844 92 123.)

Gaultier de Claubry (1837 63 465) 1841 80 399) fällt die Abwässer der Stärkefabriken mit einer Lohabkochung und Kalkmilch und verwendet den Niederschlag zum Düngen; Markt (1874 214 225) fällt nur mit Kalk. Von anderer Seite (1838 68 406) wurde vorgeschlagen, diese Abwässer mit Soda zu neutralisiren und abzudampfen, oder mit Kalk, oder aber mit Soda und Alaun zu fällen. Besser würde noch die Anwendung der Süvern'schen Masse (1874 211 212) sein; doch muß dieselbe sorgfältig gehandhabt werden und ist außerdem ziemlich theuer.