Text-Bild-Ansicht Band 225

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Soda, in Wasser von 50° gelöst. Die Waare, in Rollen zu 5 Stück, läuft zunächst auf den obern Cylinder d', wickelt sich von hier ab, um zum zweiten Mal durch denselben Trog mit derselben Seife zu gehen und auf den untern Cylinder d zu gelangen, von wo aus sie im zweiten Trog b einmal durch warmes Wasser von 50° geht. Nach je 5 Stücken wird immer frisch angesetzt. Unterdessen ist im dritten Bassin für die nach der ersten Seifung gewaschenen Stücke ein zweites Seifebad genau wie im ersten Bassin angesetzt worden, durch welches sie in der angegebenen Weise von m (rechts) aus wieder zwei Mal passiren, um hernach in den alten hölzernen Rollenkästen, wie oben beschrieben, weiter behandelt zu werden. Doch ist auch für diese weitern Operationen, namentlich für die Sodapassage, die Verwendung der Kreppmaschine keineswegs ausgeschlossen, wofern sie nicht schon durch die Seifepassagen ganz in Anspruch genommen ist.

Direct aus der Sodalösung, ohne daß zuvor gewaschen wird, kommt die Waare zum Schwefeln, entweder in die bekannte Schwefelkammer oder durch den Continüschwefelkasten. Auf dem Boden der Kammer befinden sich 4 gußeiserne Schalen mit je 1k,5 gröblich zerkleinertem. Schwefel, eine Anzahl von 50 Stücken wird über Latten doppelt aufgehängt, der Schwefel entzündet, die Thüre gut verschlossen und die Waare mindestens 14 Stunden lang in dem mit Schwefligsäuredämpfen gefüllten Raum gelassen. Natürlich faßt derselbe nicht von jeder Breite gleichviel Stücke, wonach auch der Verbrauch von Schwefel pro Stück ein wechselnder ist.

Der Kasten für das continuirliche Schwefeln der Wolle, in Figur 39 skizzirt, ist in Holz ausgeführt, hat bis zum Dach eine Höhe von 1m,80, sammt Dach eine solche von 2m,19, ferner eine Länge von 1m,16 und eine ebensolche Breite. Der Schwefel (für 50 Stück 4k) wird auf der Schale e zugegeben und verbrannt; die schweflige Säure zieht sich durch das Thonrohr f in den Kasten hinein. Die Waare wird in Rollen zu 5 Stück bei a aufgesteckt, durch den Spalt c über die in gläsernen Zapfen und hölzernen Lagern laufenden Leitwälzchen und durch den obern Spalt d nach b geführt, bis die ganze Rolle von a auf b aufgelaufen ist, mit Ausnahme einer Länge von ungefähr 22m Stoff, welchen die Führung im Innern des Kastens vorbehalten ist. Nun wird bei b ausgeschlagen, der Rolle a eine der früheren entgegengesetzte, d.h. der Waare eine rückläufige Bewegung von b nach a ertheilt, so daß sie den Weg durch den Kasten zum zweiten Mal zurücklegt, eine halbstündige Tour, welche man sie schließlich zum dritten Mal in der Richtung von a nach b machen läßt. Jetzt wird die Rolle weggenommen und