Text-Bild-Ansicht Band 226

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so entstehenden Scale läßt sich der Indicatormaßstab auf seine Genauigkeit prüfen, eventuell das Diagramm entsprechend corrigiren.

Dies erscheint als die einzig verläßliche Prüfung der Federn, da sie thatsächlich unter gleichen Umständen wie bei der Functionirung des Instrumentes erfolgt; sie wird aber dennoch (wohl wegen ihrer Umständlichkeit) fast nie angewendet. Wenn man sich aber hierzu eines Quecksilber-Manometers mit verkürzter Scale bedient, wird die Manipulation ganz einfach.

Fr.

Coret's Apparat zum Anzeigen warm laufender Achslager.

Ein Signal des Warmlaufens von Achslagern, von Coret in Paris, wird in den Sitzungsberichten der Société d'Encouragement, 1877 S. 169, beschrieben. Die Vorrichtung dürfte sich besonders zur Anwendung bei schwer zugänglichen Lagerzapfen empfehlen, um sofort beim Beginn des Warmlaufens die Aufmerksamkeit zu erregen und dadurch das Einfressen des Zapfen oder Ausschmelzen der Lagerschalen zu vermeiden. Eine Zahl kleiner Metallröhrchen, mit elastischen Böden und angefüllt mit einer leicht expandirenden Flüssigkeit, wird in ein größeres Rohr derart eingeschlossen, daß sich die einzelnen Böden berühren und damit bei der Ausdehnung durch Wärme ihre Verlängerungen summiren können. Es ist leicht erklärlich, daß die einzelnen Röhrchen eben nur so lang sein dürfen, daß die zu erwartende Verlängerung der Flüssigkeitssäule gleich der elastischen Durchbiegung ihrer Böden ist; demnach kann die Gesammtausdehnung einige Millimeter betragen, und dies ist genügend zur Functionirung des Apparates. Derselbe wird nämlich hinter dem Lager direct auf die zu beobachtende Achse befestigt, so daß er mit derselben rotirt. Sobald nun das Lager warm zu laufen beginnt, dehnen sich die einzelnen Röhrchen, und ein am Boden des letzten befindlicher Daumen wird so weit herausgeschoben, daß er an eine Glocke anschlagen kann, welche grade hinter dem rotirenden Apparate fest aufgestellt ist. Das so entstehende Läuten zeigt dann sofort das beginnende Warmlaufen an.

Fr.

Amerikanischer Dampf-Tramway-Wagen.

Schon zur Zeit der Weltausstellung 1876 war in Philadelphia ein Tramway-Wagen in continuirlichem Betrieb, der gleichzeitig Maschine und Kessel trug und mit Dampf vorwärts bewegt wurde. Er unterschied sich in seinem Innern und Aeußern kaum von einem gewöhnlichen Tramway-Wagen, ebenso wenig im Betrieb, da er fast momentan zu halten vermochte und das Publicum weder durch die Wärme, noch durch Stöße oder unangenehmes Geräusch belästigt wurde. Inzwischen soll der Dampfbetrieb auf Straßenbahnen allgemeiner in Amerika eingeführt werden, speciell nach einem Modell der berühmten Baldwin'schen Locomotivfabrik in Philadelphia. Hier befindet sich gleichfalls Wagen und Maschine vereinigt; doch bilden die zwei Achsen, das Wagengestell, der Kessel und der Antriebsmechanismus ein festes Ganzes, auf welches der eigentliche Wagenkasten nur aufgesetzt ist und leicht wieder entfernt werden kann. Die Dampfcylinder sind rechts und links außerhalb der Gestellbalken unter dem Wagenkasten angebracht und treiben, analog wie bei der Locomotive, durch Treib- und Kuppelstange die vier Treibräder an. Der Dampfkessel ist ein stehender Röhrenkessel aus Stahlblech und wird auf 20at Druck geprüft. Thatsächlich sind jedoch bei den stärksten in Philadelphia vorkommenden Steigungen nur 6 bis 7at erforderlich.

Fr.

Ueber Lampson's künstliche Mühlsteine; von K. W. Kunis.

Dieselben sind aus französischem Rohmaterial (Süßwasserquarz von La Ferté sous Jouarre) hergestellt. Dieses Rohmaterial wird zerkleinert, gesiebt und sortirt und hierauf mit einem geeigneten Bindemittel vermischt in Formen gebracht. Die hergestellten Steine bilden in Folge dessen ein einziges Stück von durchaus gleicher Beschaffenheit und je nach Verlangen mehr oder weniger Porosität. Sie können deshalb sofort, nachdem die Haue genau in die Mitte eingelassen, in Betrieb gesetzt