Text-Bild-Ansicht Band 226

Bild:
<< vorherige Seite

Hiernach sind die fettreichen Fleischsorten am preiswürdigsten, Geflügel und Wild sind sehr theuer, Fische meist billig im Verhältniß zum Nährwerth. Wurst und geräucherte Fleischwaaren sind theurer als frisches Fleisch. Milch und Käse sind billig, Butter ist preiswürdig.

Hülsenfrüchte und Kartoffeln sind im Verhältniß zum Nährwerth am billigsten, Weizen- und Roggenmehl billiger als Reis; Gemüse sind am theuersten. Kaffee, Thee und Chocolade sind nur Genußmittel.

Analyse von Elsässer Weinen.

Noch ist die Frage eine ungelöste, ob die chemische Analyse der Weine je dazu führen wird, auf ihre Resultate hin eine allseitig wirklich zutreffende Werthschätzung derselben vornehmen zu können. Trotzdem sind Analysen von reinen Naturweinen immerhin schon schätzenswerth. C. Weigelt (Annalen der Oenologie, 1876 S. 439) hat nun eine Anzahl Elsässer Weißweine von 1874 untersucht und folgende Resultate erhalten.

Textabbildung Bd. 226, S. 108

Das specifische Gewicht wurde mit dem Piknometer, der Alkohol vaporimetrisch bestimmt, der Zucker mit Fehling'scher Lösung, die Säure mit Zehntelnatron, beide mit Berücksichtigung Ulbricht'scher Cautelen, und der Extractgehalt piknometrisch nach Balling's Tabellen.

Mycodermabildung im Bier.

C. Reischauer (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 1338) hat gefunden, daß bei zunehmender Mycodermabildung im Bier anfangs mehr Säure gebildet wird, nach 8 Tagen war aber alle Säure und fast aller Alkohol verzehrt. Der Proteïngehalt des Mycoderma betrug 29,7 Proc., und zwar waren 65,5 Proc. der Proteine aus dem Bier in das Mycoderma übergegangen, von dem Aschengehalt nur 22,6 Proc. Zucker wird bei der Mycodermabildung nur wenig verbraucht.

100cc Bier mit 2cc Normalschwefelsäure versetzt entwickelte nur wenig, mit 3cc gar kein Mycoderma, wohl aber nach Zusatz von 4cc Normalnatron oder 4cc kalt gesättigter Borsäurelösung.

G. Polli (Daselbst S. 1382) behauptet dagegen, daß Borsäure zur Aufbewahrung von Bier, Milch, Eier, Urin oder als Desinfectionsmittel für Wunden ebenso wirksam sei wie Phenol – eine Angabe, welche vorläufig bezweifelt werden muß.

Nach H. A. Smith (Naturforscher, 1877 S. 286) werden Räderthierchen von