Text-Bild-Ansicht Band 226

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findet, noch manche Annehmlichkeiten; sie hat ein gefälliges Aeußere, ist leicht zu reinigen, und wirft beinahe gar keinen Schatten.

Eine gegossene façonnirte Platte mit seitlichen Vorsprüngen wird entweder direct an die Wand oder auf ein Holzschild festgeschraubt; in diese Platte wird der Arm, welcher die Lampe trägt, eingehängt. An einem Ende des Armes, zunächst der Wand, befindet sich das Oelreservoir, welches unten mittels einer Sehschraube festgehalten wird und oben einen Metallaufsatz trägt, der als Trichter zum Aufgießen des Oeles dient und durch einen metallenen, ornamentirten Stöpsel geschlossen wird; durch diesen Aufsatz geht eine Messingröhre bis nahe zum Boden des Oelgefäßes und durch den hübsch ornamentirten, 30 bis 40cm langen Lampenarm, welcher als Heber dient und an dessen äußerstem Ende sich ein verticales Rohr befindet, das weit genug ist, um den Docht und etwas Oel aufzunehmen; der Brenner mit Cylinder und Schirm wird oben aufgeschraubt. Meistens kommt bei diesen Lampen eine Art neuer Brenner in Anwendung, der in zwei Theilen angefertigt und mit einem Scharnier versehen ist. Der Schirm wird mittels einer Feder festgehalten, und es kann somit der Brenner, ohne Schirm und Cylinder abzunehmen, mit diesen aufgeklappt werden, um den Docht zu beschneiden. Im Arm und Dochtbehälter der Lampe liegt ein Messingfutter (ein in Heberform gebogenes Messingrohr mit verticalem Cylinder), welches vor dem Gießen des Armes in die Form gelegt wird, somit fest mit dem Arm verbunden ist, daher das Oel nur durch Messing geführt wird. Dadurch wird die Fabrikation etwas kostspielig, doch hat sich diese Anordnung als sehr zweckmäßig erwiesen, da jedes billigere Material das Erdöl nach und nach durchsickern läßt. Im Handel kommt diese Lampe ohne Brenner auf 16 Dollars das Dutzend zu stehen; ein Dutzend der oben beschriebenen Brenner kostet 2 Dollars und 50 Cents. (1 Dollar = 4 M. 20 Pf.)

Bei dem erstmaligen Anbrennen der Lampe ist es nothwendig, das Glasreservoir und den Metallaufsatz bis über die Mündung in den Arm zu füllen, damit letzterer seine Function als Heber beginnen kann; fernerhin arbeitet derselbe continuirlich, bis das Oel consumirt ist. Sollte alles Oel aufgezehrt sein und der Arm sich mit Luft füllen, so muß das Reservoir wieder ganz aufgefüllt werden wie beim Beginn. Oel in den Dochtbehälter zu gießen, ist völlig unnöthig. Ein kleines Loch befindet sich im Stöpsel, um Luft in das Reservoir dringen zu lassen; dieses sollte immer offen, nie verstopft sein. Die Lampe brennt immer gleichmäßig und eignet sich insbesondere für Schreibtische, Werkbänke und öffentliche Locale. E. Bilhuber. (Gewerbeblatt aus Württemberg, 1877 S. 145.)

Zur Geschichte des Fernrohres.

Die Bibliothek des Polytechnicums in Zürich besitzt eine Handschrift von Schreiner vom J. 1616, in welcher ausgeführt wird, daß das Fernrohr von einem Brillenmacher in Deutschland erfunden ist. Von hier aus wurden zwei Fernrohre nach Italien gebracht und dort wurden sie besonders von Galilei verbessert und zu astronomischen Dingen verwendet. (Annalen der Physik und Chemie, 1877 Bd. 1 S. 479).

Ueber einige Producte der Destillation des Holzes bei niedriger Temperatur.

Eine Holzessigfabrik in Brooklyn destillirt das Holz bei einer durch Thermometer sorgfältig unter 200° gelegenen Temperatur. Bei der Rectification des Rohproductes scheidet sich ein schweres, röthlichgelbes Oel von eigenthümlichem Geruch aus dem Destillat ab, welches H. B. Heill (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 936) untersucht hat. Mit Chlorcalcium getrocknet der Destillation unterworfen, sing es bei etwa 100° zu sieden an; das Thermometer stieg aber sogleich auf 160°, blieb zwischen 160 bis 170° stehen, bis die Hauptmenge übergegangen war, und stieg alsdann wieder rasch bis zu 200° hinauf. Nach einigemal wiederholtem Fractioniren ließ sich eine etwa 60 Proc. des angewendeten Oeles betragende, zwischen 160 bis 165°