Text-Bild-Ansicht Band 226

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2) Sind Läufe aus dieser Bronze durch Anwendung von bei Gewehren üblichen Pulverladungen, oder bei Verwendung von Knallpräparaten als Triebmittel, Ausbrennungen nicht unterworfen. 3) Ist eine Abnutzung der Züge selbst nach einer großen Anzahl von Schüssen bei Läufen aus dieser Bronze nicht zu bemerken. 4) Ist die Conservirung der Läufe höchst einfach, da ein Oxydiren sowohl, als ein Rosten derselben nicht eintreten kann, eine Vernachlässigung der Reinigung der Laufbohrung daher ganz ohne nachtheilige Folgen ist. 5) Ist der Anschaffungspreis solcher Bronzeläufe nicht höher als der guter Stahlläufe, und repräsentirt der Bronzelauf (falls wirklich einmal unbrauchbar) immer 50 Proc. des Anschaffungswerthes, wogegen der Werth des unbrauchbar gewordenen Stahllaufes gleich Null ist. 6) Wird man nicht in die Nothwendigkeit versetzt, wie bisher Nachschaffungen für die durch mangelhafte Conservirung verdorbenen Läufe zu machen.

Aus dem Berichte des oben genannten Militär-Comité ist hervorzuheben, daß „die Visitirung des eingelieferten Laufes, nachdem aus demselben der Angabe des Erfinders gemäß 300 Schüsse abgegeben worden waren, weder bemerkenswerthe Fehler, noch Abweichungen in den Dimensionirungen ergab. Die Schußpräcision des Laufes war befriedigend und ebenso gut wie jene des normalen Werndl-Karabiners. Nach Abgabe von weiteren 500 scharfen Schüssen, worunter 10 mit reißenden Patronenhülsen, und wobei der Lauf nach je 25 Schüssen gereinigt wurde, hat die Schußpräcision des Laufes nicht im mindesten abgenommen. Zwar wurden nach dieser Schußzahl kleine Rauhigkeiten im rückwärtigen Theile der Bohrung sichtbar, welche erfahrungsgemäß bei Bronzeläufen früher oder später immer eintreten; doch haben dieselben keinen Einfluß weder auf die Schußpräcision, noch auf die Güte oder Haltbarkeit des Laufes. Sonst hatte die Bohrung keine meßbare Veränderung erfahren, die Zugkanten blieben scharf – ein Beweis für die genügende Härte des Materials. Ein Verbleien der Bohrung trat nicht ein, und es ließ sich dieselbe stets leicht und schnell reinigen. Aus diesen Versuchen, sowie aus den vorhandenen Erfahrungen läßt sich der Schluß ziehen, daß entsprechend sorgfältig bearbeitete Bronze recht gut zu Läufen für Handfeuerwaffen verwendet werden kann, und daß solche Läufe den wesentlichen Vortheil der leichtern Conservirung gegenüber den Stahlläufen besitzen. Hingegen dürfte die Herstellung einer homogenen und dichten Bronze, sowie die nachherige Bearbeitung des Laufes etwas schwieriger als bei Verwendung von Stahl sein. Das Gewicht der Bronze verhält sich zu dem des Stahls wie ungefähr 9 : 8.“

Einfluß der Magnetisirung auf die Wärmeleitungsfähigkeit des Eisens.

Naccari und Bellati haben bei verschiedenen Versuchen keinen Unterschied in der Wärmeleitungsfähigkeit des magnetisirten und des unmagnetisirten Eisens nachweisen können. (Cimento, 1877 t. 1. p. 107.)

Schwimmendes geschmolzenes Eisen; von W. J. Miller.

Wirft man reine Kugeln von kaltem Eisen auf eine geschmolzene, an ihrer Oberfläche gleichfalls gereinigte Eisenmasse, so sinken die Kugeln erst unter, kommen aber dann bald wieder an die Oberfläche und schwimmen; der aus der Flüssigkeit ragende Theil derselben ist freilich sehr klein. Das ursprüngliche Untersinken des Eisens erklärt sich daraus, daß das kalte Metall ein größeres specifisches Gewicht als das geschmolzene besitzt; im glühenden Zustande wäre dasselbe aber, wie sein späteres schwimmen ergibt, ein wenig leichter als das geschmolzene. Es dehnt sich also in der That beim Erstarren das Eisen wie das Wasser aus. Daß flache Eisenstücke, auf geschmolzenes Eisen geworfen, gar nicht untersinken, erklärt sich daraus, daß sie bei gleicher Masse eine größere Oberfläche als die Kugel besitzen und sich daher schneller erwärmen.

Bei Versuchen mit Blei ergibt sich stets ein Untersinken der aufgeworfenen Kugeln, das Blei zieht sich also wie die meisten Körper beim Erstarren zusammen. (Nach der Nature) t. 16 p. 23, durch Beiblätter zu Poggendorff's Annalen, 1877 S. 468.)