Text-Bild-Ansicht Band 226

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erstern beträgt 30 Stunden 14 Minuten, die des innern sogar nur 7 Stunden 38,5 Minuten. Nach Newcomb ist der Durchmesser des äußern Mondes kaum 16km; beide Satelliten sind als die bei weitem kleinsten der bis jetzt bekannten Himmelskörper anzusehen.

Pflanzliche Parasiten des menschlichen Körpers.

Bekanntlich werden eine Anzahl Krankheiten der Haut und der Schleimhäute durch bestimmte Pilze bewirkt, durch deren Uebertragung auf andere Menschen auch die entsprechenden Krankheiten verbreitet werden. P. Grawitz (Virchow's Archiv, 1877 Bd. 70 S. 546) zeigt nun durch Culturversuche, daß der Soorpilz identisch ist mit dem Hefepilz, die Pilze der unter den Namen Favus, Herpes tonsurans und Pityriasis versocolor bekannten Hautkrankheiten aber dem bekannten Milchsäurepilz Oidium lactis gleichen. Dieselben geben auf der Schleimhaut schwächlicher Thiere die entsprechenden Krankheiten, direct ins Blut lebender Thiere eingeführt gehen sie zu Grunde.

Ueber die Bakterien des Milzbrandes und der schwarzen Blattern.

Wie früher Koch (1876 222 284) so zeigen jetzt auch Pasteur und Joubert (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 900. t. 85 p. 101), daß die Milzbrandkrankheit durch eine besondere Bakterie veranlaßt wird. Zu ihrer Entwicklung bedürfen sie viel Sauerstoff, welchen sie dem Blute entnehmen, und daher raschen Tod durch Erstickung bewirken. Werden sie durch andere Organismen, z.B. Fäulnißbakterien, oder auch durch Blutkörperchen an der Sauerstoffaufnahme verhindert, so gehen sie zu Grunde. In reinem Urin pflanzen sie sich ungemein rasch fort. Auch das Gift der schwarzen Blattern ist nach den Untersuchungen derselben Verfasser eine Bakterie.

Ueber die Bereitung des Stickstoffes; von W. Gibbs.

Man findet in allen Lehrbüchern eine Methode zur Stickstoffbereitung, welche auf der Zersetzung des salpetrigsauren Ammoniaks beruht. Diese Methode ist aber in der Praxis werthlos, weil man vollkommen reines Salz anwenden muß, und weil selbst bei der Zersetzung eines reinen Salzes, dessen Bereitung sehr mühsam ist, Spuren von Stickoxyd fast unvermeidlich sind. Mischt man eine Lösung von käuflichem salpetrigsaurem Natron NaNO₂ mit einer Lösung von schwefelsaurem oder salpetersaurem Ammoniak, so entsteht in der alkalischen oder neutralen Lösung fast gar keine Zersetzung. Setzt man ein wenig Essigsäure zu, so entsteht ein Aufbrausen, aber der frei werdende Stickstoff enthält eine bedeutende Menge des Oxydes. Man vermeidet diesen Uebelstand vollständig dadurch, daß man dem Gemenge der beiden Salzlösungen eine starke Auflösung von saurem bis chromsaurem Kali K₂Cr₂O₇ zusetzt, bis das freie Alkali neutralisirt und ein ziemlich großer Ueberschuß des chromsauren Salzes vorhanden ist. Dann erwärmt man das Ganze und erhält reinen Stickstoff unter Aufbrausen so leicht wie Kohlensäure. Enthalten aber die angewendeten Salze Chlor, selbst in geringen Mengen, so hat der Stickstoff einen eigenthümlichen Geruch, ganz ähnlich dem Geruch, den man bei der Mischung von Chlorkalk mit der Lösung eines Ammoniaksalzes erhält. In diesem Falle ist es nur nöthig, den Stickstoff mit Kalk oder Natronlösung zu waschen, um ihn vollkommen rein zu erhalten. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 1387.)

Ueber die giftigen Eigenschaften des Fuchsins; von H. Seidler in Riga.

Nachdem die zu Anfang dieses Jahres von Bergeron und Clouet über dieses Thema veröffentlichten Untersuchungen (1877 223 105) von anderer Seite Widerspruch erfahren haben, der übrigens von den genannten Autoren erfolgreich zurückgewiesen wurde, so bieten die neueren hierauf bezüglichen Untersuchungen Seidler's