Text-Bild-Ansicht Band 226

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Ueber Pressungsverluste in Luftleitungen für Hohöfen.

Mit Abbildungen auf Taf. VI [c.d/3].

Sämmtliche Hohofenanlagen, vorzüglich aber diejenigen älterer Construction, haben mit mehr oder weniger bedeutenden Pressungsverlusten in ihren Luftleitungen zu kämpfen. Ein Manometer auf dem Düsenstock zeigt stets weniger Druck als dasjenige im Maschinenhaus oder auf dem Regulator. Ja, es ist keine Seltenheit, daß das Manometer an der Maschine 0k,35 Ueberdruck auf 1qc zeigt, während effectiv mit 0k,20 in den Ofen geblasen wird. Die von der Gebläsemaschine geleistete Arbeit wird also nur zum Theil nutzbringend gemacht. Berechnet man, wie hoch sich der Verlust das Jahr hindurch beläuft, so wird man unwillkürlich dazu verleitet, den Ursachen desselben etwas genauer nachzuforschen.

Wir finden eine wesentliche Vermehrung der Pressungsverluste seit Anwendung der erhitzten Gebläseluft. Wie so häufig bei Einführung von Neuerungen, die uns fertig von Anderen überkommen und an und für sich wesentliche Vortheile versprechen, manche Verhältnisse, welche mit diesen Neuerungen in Wechselbeziehung treten und nach ihnen abgeändert werden müßten, unberücksichtigt geblieben sind, so geschah es auch hier.

Die Pressungsdifferenz zwischen dem Ort, wo die Luft in eine Leitung eintritt, und demjenigen, wo sie dieselbe wieder verläßt, kann drei verschiedene Ursachen haben: Fehlerhafte Querschnittsverhältnisse, Reibung und Undichtigkeiten. Besprechen wir sie der Reihe nach und zwar jede unabhängig von den beiden anderen.

Unsere Gebläsemaschinen liefern wegen des alternirenden Kolbenganges die Luft stoßweise. Um diese Stöße in einen möglichst gleichmäßigen Luftstrom zu verwandeln, läßt man die von der Maschine kommende Luft in einen Sammelraum eintreten, in Gestalt eines großen Kessels aus Eisenblech; letzterer, unter dem Namen Wind- oder Druckregulator bekannt, befindet sich zwischen der Gebläsemaschine und dem Hohofen, und man kann ihn mit Recht als die Quelle der Luftentnahme bezeichnen, weil sich in ihm die Luft in demselben Dichtigkeitszustande befindet, in welchem sie bei rationellem Betrieb zur Verwendung kommen sollte.

A) In Figur 42 bezeichne r den Regulator im Querschnitt, e seine Verbindung mit der Maschine und a die Oeffnung, durch welche die Luft aus ihm entweicht. Wird die Gebläsemaschine in Thätigkeit gesetzt, so ist die Pressung, welche dadurch in r entsteht, eine Function von der durch die Maschine in der Zeiteinheit gelieferten Luftmenge und dem