Text-Bild-Ansicht Band 226

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den abweichenden Schmelzpunkten siliciumarmen Holzkohlenroheisens und siliciumreichen Kokesroheisens läßt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit der Schluß ziehen, daß ein Siliciumgehalt den Schmelzpunkt erniedrige, was mit obigen Ermittlungen im Einklange stehen würde. Während Karsten den größern Kohlenstoffgehalt der Rinde einer Wanderung des Kohlenstoffes zuschrieb, hervorgerufen durch das Bestreben, sich auszuscheiden, dürfte man jetzt in der Substitution eines Theiles Kohle durch Silicium und in dem niedrigern Schmelzpunkte des siliciumhaltigern Eisens den alleinigen Grund für die Anhäufung der Kohle nach dem Rande, des Siliciums nach der Mitte des Gußstückes hin zu suchen haben. (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1877 S. 278.)

Ueber Herstellung von Ferromangan im Hohofen.

Im Anschluß an die Notizen von Ward (S. 53 d. Bd.) wies F. Valton in einer Mittheilung an das American Institute of Mining Engineers auch auf Resultate hin, welche zu gleicher Zeit an anderen Orten in der Darstellung von Ferromangan erzielt worden waren.

Vor dem J. 1870 konnte man in Hohöfen nur Eisen mit 8 bis 10 Proc. Mangangehalt erblasen. Auf einer Reise in Schweden, im J. 1871, überzeugte sich Valton davon, daß auf den Schißhyttan-Werken regelmäßig Spiegeleisen mit 18 Proc. Mangangehalt hergestellt wurde. Auf der Wiener Ausstellung 1873 hatten die Lava and Jauerburg Werke in Carniola Ferromangan mit 33 Proc. Mangangehalt. Denselben Werken war es sogar gelungen, ein 45proc. Product herzustellen.

Im J. 1875 versuchten verschiedene französische Werke die Darstellung von Ferromangan im Hohofen mit vollständigem Erfolg. Auf der Ausstellung zu Philadelphia 1876 befand sich sogar 60proc. Ferromangan aus den Hohofenwerken von St. Louis bei Marseille. Die Gesellschaft von Terrenoire hatte ebendaselbst 75proc. Ferromangan und brachte aus den dazu verwendeten Erzen 70 Proc. des Mangangehaltes zur Verwerthung. Ihr Product war keineswegs zufällig erzeugt, sondern eine seit lange eingeführte Handelswaare.

–r.

Zahnräder mit Kautschukbuffern.

Um Brüche der Transmissionsräder, welche Stößen ausgesetzt sind, zu vermeiden, wurde von Delinière die Anwendung von Kautschukbuffern ersonnen. Solche werden, zwischen Kraft und Widerstand eingeschaltet, zur Uebertragung der Kräfte benutzt und nehmen vermöge ihrer Elasticität die lebendige Kraft der Stöße in sich auf. Zur Anbringung dieser Buffer besteht das Zahnrad aus zwei mit Armen und Naben versehenen Kränzen, welche ein ringförmiges Gehäuse bilden. Der eine der beiden Kränze ist außen glatt und sitzt auf der Transmissionswelle fest aufgekeilt; der zweite dagegen trägt außen die Verzahnung und sitzt lose auf der Transmissionswelle. In dem ringförmigen Gehäuse, welches diese beiden Kränze mit einander bilden, besitzt jeder derselben so viele Vorsprünge als Arme vorhanden sind, und zwischen je zweien dieser Vorsprünge, welche von einem bis zum andern Kranze reichen, ist ein Kautschukbuffer eingelegt. Die Uebertragung der Kraft erfolgt daher von dem losen Zahnkranze zuerst auf sämmtliche Kautschukbuffer und durch diese auf den festen Kranz, bezieh. auf die Transmissionswelle. (Nach der Revue industrielle, September 1877 S. 368.)

J. P.

Anwendung von Zink gegen Kesselsteinbildungen.

Im Deutschen Wollengewerbe, 1877 S. 471 bespricht Ingenieur Abel die in diesem Journal (1876 220 172) mitgetheilten Versuche über Verhütung von Kesselsteinbildungen und bestätigt die Wirkungslosigkeit der Geheimmittel und Kesselsteinpulver, empfiehlt dagegen gute Vorwärmer und die Reinigung nach de Haen und Schulze. Abel hat ferner eine ganze Reihe von Versuchen bei Dampfkesseln der Mitglieder des Vereines der deutschen Wollenwaarenfabrikanten mit Zink gemacht