Text-Bild-Ansicht Band 226

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wenig Krystalle ergab. Leider war es nicht möglich, die eingedickte Masse in einem genügend warmen Raume krystallisiren zu lassen; dies erscheint durchaus nöthig, um hinreichend grobe Krystallisation zu erzielen, die sich natürlich nicht ausbilden kann, wenn der dicke, etwas zähe Syrup zu frühzeitig erkaltet. Trotz letzteren Uebelstandes wurden aus der zweiten, etwas stärker eingedickten Melasse etwa 6 Ctr. Zucker krystallisirt erhalten.

Ich gebe diese letztere Methode der weiteren Prüfung durch Praktiker anheim.

Ueber die Zersetzung der Sodarückstände bei der Wiedergewinnung des Schwefels; von Dr. Carl Kraushaar.

Werden die nach dem Schaffner'schen Verfahren (1869 192 308) 193 42) auf Haufen gestürzten Sodarückstände, nachdem sie während einiger Monate sich selbst überlassen gewesen sind, vom Haufen abgeschlagen, so erwärmen sie sich stark und verändern rasch ihre Zusammensetzung. Es schien mir von Interesse, durch einige Versuche zu bestimmen, inwieweit die Zusammensetzung der Sodarückstände sich schon im Haufen selbst ändert, und welche weitere Zersetzungen nach dem Abschlagen derselben vom Haufen durch den dann erleichterten Luftzutritt hervorgegerufen werden.

Zu diesem Zwecke wurden von einem einige Monate alten Haufen in etwa 1m Tiefe so rasch wie möglich 1k,5 Sodarückstand herausgenommen und augenblicklich in 850cc Wasser eingetragen. Von demselben Ort wurde noch eine größere Menge (etwa 30k) Sodarückstand genommen und im Laboratorium zu einem kleinen Haufen geformt. Nach Verlauf von 1/2 Stunde wurde eine Probe von diesem kleinen Haufen möglichst von allen Punkten desselben genommen und ebenfalls in 850cc Wasser eingetragen. In Zwischenräumen von 1 bis 2 Stunden wurde diese Operation noch öfters wiederholt. Alle Proben wurden unter öfterem Umrühren 24 Stunden lang stehen gelassen, hierauf filtrirt und in folgender bekannter Weise analysirt.

Zur Bestimmung des Mehrfach-Schwefelcalciums und des Schwefelwasserstoff-Schwefelcalciums wurde eine bestimmte Menge Lauge mit Stärkemehl versetzt und mit Zehntel-Normaljodlösung (0,1 Aeq. Jod in 1l) titrirt bis zur blauen Färbung. Dann wurde die Flüssigkeit mit einem Tropfen einer Lösung von unterschwefligsaurem Natron entfärbt und mit Aetznatron