Text-Bild-Ansicht Band 226

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Nordbahn elektrische Contacte angewendet, von denen innerhalb 18 Monaten 80 ausgeführt wurden, während mehrere auf der Ringbahn, in Bercy, seit August 1875 in Thätigkeit sind. Jede Weichenzunge wirkt, sobald sie an die Schiene fest anschließt, auf einen Stift und bringt durch diesen eine Platte mit einem Quecksilbernäpfchen in eine geneigte Stellung, bei welcher das eine der in das Näpfchen hineinreichenden Platinstäbchen nicht mehr in das Quecksilber eintaucht. Bei richtiger Stellung liegt stets eine Zunge nicht an und der Stromkreis in einer Controlklingel ist offen; bei Umstellung der Weiche kommen beide Näpfchen in die horizontale Lage und die Klingel läutet, aber nur vorübergehend, weil gleich darauf die eine Zunge sich anlegt. Die Näpfchen nebst den übrigen zum Contact gehörigen Theile sind durch eine Kapsel gegen die Witterung geschützt. (Nach dem Moniteur industriel belge, März 1877 S. 93.)

Ailhaud's telegraphischer Gegensprecher.

Das Gegensprechen auf Unterseekabeln gelingt um so besser, je mehr die mit benutzte künstliche Linie dem Kabel selbst in Bezug auf Widerstand und Capacität gleicht. Ailhaud bemühte sich diese Uebereinstimmung beider durch andere Mittel in gewissem Grade entbehrlich zu machen. Den Empfänger legt er in die Diagonale der Wheatstone'schen Brücke; der einen der beiden nach dem Taster hin liegenden Seiten der Brücke fügt er einen Condensator und einen regulirbaren Widerstand bei, zwischen das die dritte Seite bildende Kabel und den betreffenden Endpunkt der Diagonale schaltet er (wie schon Muirhead) einen regulirbaren Widerstand; die vierte Seite bildet er aus einem Widerstand und einem Satz Kondensatoren und legt beide einerseits an den andern Endpunkt der Diagonale, anderseits an Erde; hauptsächlich aber gibt er dem Empfänger eine zweite, entgegengesetzte Umwicklung, welche von einem Endpunkte der Diagonale – von welchem, darüber entscheidet der Versuch – ausgeht, ebenfalls einen regulirbaren Widerstand neben sich eingeschaltet enthält und nach der einen Platte eines dritten Condensators führt, dessen andere Platte zur Erde abgeleitet ist. (Nach Engineering, Juli 1877 S. 74.)

E–e.

Der Hunt- und Douglas-Kupferproceß.

Einer längern Abhandlung über das Verfahren (1874 211 184) zur Gewinnung des Kupfers auf nassem Wege nach Hunt und Douglas (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1877 S. 314, 326 und 336) entnehmen wir die Angabe, daß sich hierfür die geschwefelten Erze (Kupferkies, Buntkupfererz) nach vorherigem Rösten, namentlich aber die oxydischen Kupferverbindungen (Rothkupfererz, Malachit u.s.w.) eignen, nicht aber solche Erze, welche viel kohlensauren Kalk oder Magnesia enthalten.

Theerpumpe für Gasanstalten.

Um die Leistungsfähigkeiten der zum Auspumpen des Theeres in Gasanstalten verwendeten Pumpen je nach dem Theerzufluß zu reguliren, wird in dem Scientific American Supplement, 1877 S. 1412 ein probates Mittel vorgeschlagen. Man bringe in dem Saugrohr der Pumpe einen Lufthahn an und verbinde denselben derart mit einem Schwimmer in dem auszupumpenden Theerbehälter, daß bei steigendem Flüssigkeitsspiegel der Luftzutritt immer mehr vermindert und zuletzt abgeschlossen wird, während bei sinkendem Inhalt immer mehr Luft in das Saugrohr eintreten kann. Hierdurch ist es ermöglicht, die Pumpe continuirlich arbeiten zu lassen, ohne befürchten zu müssen, daß bei mangelndem Theerzufluß das Reservoir erschöpft werde und beim Abbrechen des in der Saugröhre enthaltenen Theerstromes die Pumpe versagt.

R.