Text-Bild-Ansicht Band 226

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gewöhnlichen Feuerungsanlagen festzustellen, gaben nach Gerland (Wochenschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1877 S. 276) folgendes Resultat.

Die Kohlen wurden in lufttrockenem Zustande in Nuß bis zwei Faust großen Stücken verwendet, ihr Heizeffect durch die Menge des von einem bestimmten Gewichte verdampften Wassers, genauer der Anzahl Wärmeeinheiten, die ein über der verbrennenden Kohlenmenge befindlicher Wasserkessel aufnahm, bestimmt. Mit jeder Sorte wurden zwei Versuche angestellt; bei dem einen verbrannten sie in einem chemischen Ofen von 35cm,5 Höhe, bei dem andern in einem niedrigen eisernen Ofen, bei welchem die Verbrennungsgase durch zwei erst senkrecht, dann horizontal verlaufende Blechrohre abziehen, während der Kessel auf dem horizontalen Theil dieser Rohre stand.

Die Entzündung geschah mittels Hobelspänen und Schmiedekohlen, deren Heizeffect in derselben Weise durch Vorversuche bestimmt war. Das Gewicht einer Beschickung wurde so groß wie möglich genommen. Beide Versuchsarten gaben, wie nachstehende Tabelle zeigt, ein merklich gleiches Verhältniß des Heizwerthes beider Kohlen.

Textabbildung Bd. 226, S. 433

Ueber ein neues Mittel Schwefelkohlenstoff im festen Zustande zu erhalten.

Mercier (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 916) hat gefunden, daß fette trocknende Oele, namentlich Leinöl, welches mit Bleiglätte oder Braunstein gekocht ist, durch Zusatz einer geringen Menge Schwefelchlorür in eine feste, durchsichtige, kautschukähnliche Masse verwandelt wird. Fügt man zugleich eine Oel lösende, flüchtige Flüssigkeit, z.B. Benzin oder Schwefelkohlenstoff, hinzu, so erstarrt die Masse ebenfalls; die Flüssigkeit, welche beim Schwefelkohlenstoff 70 Proc. betragen kann, wird wie durch ein Netzwerk eingeschlossen und kann nur sehr langsam verdunsten. Dieses Gemisch dürste sich gegen die Phylloxera anwenden lassen.

Ueber eine neue Methode der Herstellung der Alkalicarbonate.

C. Vincent (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 701) schlägt vor, durch Wechselzersetzung aus Schwefelbarium und Alkalisulfat Alkalisulfide und aus diesen Sulfocarbonate und Carbonate herzustellen. Namentlich geht die Umwandlung des Schwefelkaliums in Potasche leicht durch Einleiten von Kohlensäure vor sich, Schwefelwasserstoff entweicht. Das Verfahren dürfte sich vorzüglich zur Verarbeitung der Melassenkohle empfehlen; dieselbe enthält schon beim Glühen gebildetes Schwefelkalium, so daß weniger Schwefelbarium erforderlich ist; die zur Umsetzung nöthige Kohlensäure wird bei der Gährung der Melasse erhalten.

Bestimmung der Alkalien in Pflanzenaschen.

R. Hornberger (Chemisches Centralblatt, 1877 S. 601) macht darauf aufmerksam, daß die bisher übliche Bestimmung der Alkalien in Pflanzenaschen durch