Text-Bild-Ansicht Band 226

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Nachweisung freier Säuren im Essig.

O. Hehner (Archiv der Pharmacie, 1877 Bd. 7 S. 399) gibt an, daß die beim Glühen des Verdunstungsrückstandes von reinem Essig erhaltene Asche alkalisch reagirt. Reagirt sie neutral, so enthielt der Essig wahrscheinlich freie Mineralsäuren. Zur quantitativen Bestimmung derselben neutralisirt man den Essig mit Normalsodalösung, dampft ab und glüht. Ist nun zur Neutralisation des Rückstandes nicht dieselbe Menge Säure nöthig, als der Soda entspricht, so enthielt der Essig Schwefelsäure oder Salzsäure. (Vgl. 1876 221 183.)

Zur Kenntniß des Leuchtgases.

Berthelot (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 571) hat seine Untersuchungen über die Zusammensetzung des Leuchtgases (vgl. 1877 224 109) fortgesetzt und aufs Neue bestätigt gefunden, daß die Leuchtkraft des Pariser Leuchtgases vorwiegend dem Benzoldampf zuzuschreiben ist, während das Aethylen hiergegen sehr zurücktritt.

Bei der Untersuchung des Gases löst die rauchende Salpetersäure nicht nur den Benzoldampf, sondern auch die in nur geringer Menge vorkommenden Kohlenwasserstoffe Propylen, Allylen u.s.w., während Aethylen nur sehr langsam absorbirt wird. Concentrirte Schwefelsäure löst auch Benzoldampf, Schwefelsäure nach der Formel H₂SO₄. H₂O nimmt aber selbst nach längerem Schütteln weder Benzol noch Aethylen auf, löst aber innerhalb 3 Minuten das Propylen und in 25 Minuten das Acetylen. Verdünnte Schwefelsäure von der Formel H₂SO₄ . 2 H₂O löst rasch Aetherdampf, langsam das Propylen, noch langsamer das Aethylen.

P. Truchot (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 714) hat zur Prüfung der Angabe von Berthelot, daß zunächst die vier Kohlenwasserstoffe Formen (Sumpfgas CH₄), Methyl, Aethylen und Acetylen entstehen, durch deren Vereinigung die übrigen pyrogenen Kohlenwasserstoffe gebildet werden, verschiedene Flüssigkeiten durch den elektrischen Strom zersetzt, so daß die entwickelten Gase sich nicht wieder vereinigen konnten. Er erhielt immer Acetylen, Aethylen, Formen und Wasserstoff, aber keine Gase, welche mehr als 2 Atome Kohlenstoff enthalten. Sauerstoffhaltige Substanzen entwickelten auch Kohlenoxyd.

J. Coquillon (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 1503) hat gefunden, daß Sumpfgas, über eine weißglühende Platinspirale geleitet, in Kohle und Wasserstoff zerfällt. Berthelot hat bereits früher gezeigt, daß Sumpfgas und Aethylengas sich beim einfachen Erhitzen in Wasserstoff und Acetylen spalten.

Zur Vertreibung der Ratten.

Wie die Hannoversche Landwirthschaftliche Zeitung berichtet, werden die Ratten leicht und auf Jahre hinaus vertrieben, wenn man an den betreffenden Orten das Kraut der Hundszunge (Cynoglossum officinale) ausstreut.

Schmiere für Wolle; von J. Scharr in Bradford.

Statt mit Oel wird die Behandlung mit der folgenden Mischung (englisches Patent vom 12. Februar 1876) vorgeschlagen:

Gummi arabicum 1 G. Th. Borax 1,5 G. Th.
Harz 1 Ammoniakflüssigkeit 0,5
Leinsamen 3 Seife 12
Hanfsamen 2 Potasche 1
Olivenöl 5 Kartoffelstärkemehl 2,5
Olein 5

(Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 1758.)