Text-Bild-Ansicht Band 226

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Analyse eines alten Weines.

Textabbildung Bd. 226, S. 647
Alkohol 45cc,0
Feste Säuren (als Weinsäure berechnet) 3g,6
Saures weinsaures Kalium 0,6
Essigsäure 1,2,

außerdem weinsaures Calcium und Spuren von Essigäther. Chlor und Schwefelsäure fehlten.

Zur Verfälschung von Butter.

E. Dieterich erhielt vor einiger Zeit eine Butter zur Untersuchung mit der Angabe, dieselbe erscheine deshalb verdächtig, weil sie beim Stehen rothe Flecke bekomme und sehr unangenehm rieche. In der That hatte die sogen. Butter Flecke, in der Mitte von mennigrother Farbe und nach außen rosa verlaufend; die Oberfläche war dagegen mit Schimmel bedeckt. Er nahm nun die rothgewordenen Stellen in Untersuchung, schmolz sie und fand in der klar gewordenen Masse häutige Fragmente, die er sowohl unter dem Mikroskop, als auch beim Kochen in Wasser und nachherigem Behandeln mit Gerbsäure u.s.w. als leimgebende Substanz erkannte. Der Fälscher hatte sich also die Erfahrung zu Nutzen gemacht, daß Rinderfett – hieraus, neben 18 Proc. Wasser, bestand nämlich die Butter zum größten Theil – seinen specifischen Geruch erst beim Auslassen erhält. Er nahm daher den rohen Talg, wie er aus dem geschlachteten Rind kommt, verarbeitete denselben in der Fleischhackmaschine unter Zusatz von Wasser, Butterfarbe, Salz und etwas Butter und erhielt eine Butter, welche von süßlichem Geruch und Geschmack war und dabei nicht entfernt an Talg erinnerte. Aeußerlich, den Mangel des Butteraroma abgerechnet, war die Nachahmung eine gelungene zu nennen, aber sie verdarb rasch und setzte sich dadurch in den entschiedensten Gegensatz zu dem, was sie war und sein sollte. (Industrieblätter, 1877 S. 394.)

Eine Bleivergiftung durch Brod.

Ducamp berichtet im Septemberheft der Annales d'hygiène publique über eine Bleivergiftung in Paris, von der allein aus seiner Praxis 66 Personen befallen waren. Es stellte sich heraus, daß sämmtliche Kranke von ein und demselben Bäcker ihr Brod bezogen, der seinen Backofen mit altem Bauholze heizte, welches größtentheils aus alten, mit Bleiweiß gestrichenen Fensterbekleidungen und Thüren bestand. Mitglieder der Familie des Bäckers, namentlich aber die Austräger des Brodes, welche das Abbürsten desselben zu besorgen hatten, sind schwer erkrankt. Offenbar hatte sich beim Verbrennen des Holzes der Bleistaub auf dem Boden des Backofens gesammelt und war so in die Unterkruste des Brodes gekommen.

Arloninschwarz, direct auf Wolle gefärbt.

Dieses neue, für die Wollfärberei bestimmte Product wird unter Zusatz von Oxalsäure und Schwefelsäure bei einer Temperatur von 80° in der Farbflotte gelöst,