Text-Bild-Ansicht Band 226

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durch die große Kaminöffnung so viel Luft einströmt, daß ein bedeutender Luftüberschuß eintritt, so ist ein Erglühen der Röhren i und der bezeichneten Rückwand nicht zu vermeiden, wenn auch durch Strahlung ein Theil der Wärme dem Feuer entzogen und dem zu beheizenden Raume zugeführt wird.

Der Ofen zur Beheizung von Eisenbahnwagen, welcher von der „Schweizerischen Industriegesellschaft“ in Neuhausen ausgestellt war – ein niedriger Füllofen, in einfachem Schacht bestehend – hat besonders dicke Wandungen. Hierdurch ist ein Glühendwerden der Außenflächen des Heizschachtes zu verhüten, wenn die Maßverhältnisse passend gewählt werden.

An dieser Stelle müssen wir eines Mittels gedenken, welches sehr geeignet ist, den in Rede stehenden Uebelstand zu heben. Bei dem Bodemer'schen Kamin wurde darauf hingewiesen, daß durch entsprechenden Ueberschuß von Luft die Temperatur des Verbrennungsraumes genügend herabgedrückt werden könne, um eine zu große Erwärmung der Heizflächen zu vermeiden. Dieses Verfahren ist indessen nur zu rechtfertigen, wenn der betreffende Luftüberschuß durch die verdorbene Luft des Zimmers gebildet wird, die einer Erwärmung bedarf, um die erforderliche Kraft zu ihrer Bewegung zu gewinnen. Soll dagegen die entwickelte Wärme in erster Linie zur Erwärmung unter Vermittlung der Ofenwände dienen, so ist jenes Verfahren nicht zulässig. Man kann statt dessen eine rasche Abführung der Wärme, also eine Herabdrückung der Temperatur im Feuerraum hervorrufen, durch verhältnißmäßig große Wärme abgebende Flächen. Dies scheint bei dem genannten Ofen der „Schweizerischen Industriegesellschaft“ beabsichtigt zu sein, indem der äußere Durchmesser des betreffenden Feuerschachtes im Verhältniß zur Wärmeentwicklung ein sehr großer ist, wodurch der günstige Einfluß der dicken Wandungen wesentlich unterstützt wird.

In ausgeprägtester Weise ist von dem bezeichneten Verfahren Gebrauch gemacht bei den ausgestellten amerikanischen Oefen, welche bereits in diesem Journal (*1877 225 203) ausführlich beschrieben und abgebildet sind. Wir machen auf die Bauchform in Höhe des Feuerraumes besonders aufmerksam, welche fast den dreifachen Durchmesser des Feuers hat (vgl. Fig. 76 S. 118). Sie führt große Wärmemengen sofort ab, mindert dadurch also die Temperatur entsprechend. Durch die eigenthümliche Anordnung des Ofenobertheiles wird die in Rede stehende Oberfläche in sinnreicher Weise vergrößert. Der Raum zwischen Kohlenschacht und Ofenwand ist sehr eng, so daß die aufsteigenden heißen Gase sich gradezu mischen müssen mit den niedersinkenden, bereits