Text-Bild-Ansicht Band 226

Bild:
<< vorherige Seite

Elektromotor von A. Hasseberg in Buckau-Magdeburg.

Eine Elektromagnetspule und ihr hohler Eisenkern sind durch Hartgummischeiben in 6 Abtheilungen getheilt; im Innern befindet sich ein Eisenanker, dessen Dicke etwa. 1/4 einer Abtheilung beträgt, auf einer Stange, welche ihre Bewegung auf eine Schwungradwelle überträgt. Die Schließung des Stromes durch die 6 Spulenabtheilungen nach einander vermittelt eine Platin-Doppelfeder, die an einem drehbar in einem geführten Stabe befestigten Kloben sitzt, auf dessen anderes Ende ein von der Ankerstange herabkommendes Stäbchen wirkt, so daß sich die Feder beim Abwärtsgehen mit ihrem untern, beim Aufwärtsgehen mit ihrem obern Ende gegen ein Elfenbeinstäbchen legt, in welches Platinplättchen eingelegt sind, woran je ein Ende einer Spulenabtheilung geführt ist. Bei jedem halben Spiel wirken auf den Anker-5 Anziehungen; das Schwungrad hilft über den todten Punkt.

Fällen von Bäumen mittels Elektricität.

Nachdem vor einigen Jahren schon Dr. Robinson in New-York ein Patent auf das Fällen van Bäumen mittels eines durch eine elektrische Batterie weißglühend gemachten, vor und zurück bewegten und dabei steif erhaltenen Drahtes genommen hatte, thaten dies neuerdings auch H. H. S. Parkinson und W. H. Martin in Bombay. Bei dem damit angestellten Versuche erwies sich der dickste verfügbare Platindraht als zu dünn; doch wirkte er ganz gut, so lange er nicht riß. Der Baum wurde auf 1/5 durchschnitten, und es ließ sich berechnen, daß ein Baum, der jetzt in 2 Stunden gefällt wird, so in 15 Minuten fällt; dabei gibt es keine Sägespäne und keine Holzverwüstung. (Nach dem Scientific American, Juni 1877 S. 370.)

Die pneumatische Feder.

Dieselbe unterscheidet sich von Edison's elektrischer Feder (1877 223 221), welche jetzt für 160 M. ab Berlin verkauft wird (vgl. Papierzeitung, 1877 S. 420), wesentlich nur dadurch, daß die zum Durchstechen des Papiers dienende Feder mittels eines Excenters bewegt wird, das auf der Achse eines kleinen Schaufelrädchens sitzt. Dieses Rädchen befindet sich in einem geschlossenen Gehäuse am obern Ende des Federhalters und wird durch einen Luftstrom in rasche Umdrehung versetzt, welcher durch ein Kautschukrohr entweder vom Munde des Schreibenden oder durch einen Blasebalg eingeblasen wird. (Scientific American Supplement, 1876 S. 774.)

E–e.

Bronzeläufe für Handfeuerwaffen.

Von Louis Müller, Metallwaarenfabrikant in Wien (Fünfhaus), wurden Bronzeläufe für alle Handfeuerwaffen patentirt, und ein Karabinerlauf für Werndl-Karabiner (als das Mittelding zwischen Infanterie- und Revolverlauf) auf sein Ansuchen vom k. k. technischen und administrativen Militär-Comité mit Bewilligung, des k. k. ö. Reichs-Kriegsministeriums einer eingehenden Erprobung unterzogen. Wir wollen im Folgenden die wichtigsten Eigenschaften, sowie die Vortheile dieser Bronzeläufe, denen wohl schon heute besondere Aussichten für die Zukunft vorhergesagt werden können, näher besprechen und, daran anschließend, die äußerst werthvollen und interessanten Ergebnisse der Prüfung mittheilen.

Bohrung, Eintheilung und Tiefe der Züge sowie die äußeren Dimensionen, Durchmesser und Länge der Bronzeläufe stimmen mit jenen der Stahlläufe überein. Die zur Herstellung derselben verwendeten Materialien sind reines Kupfer und Zinn, welche auf chemischem Wege durch Phosphor gereinigt, somit von allen Oxyden befreit sind. (Vgl. die Notiz über Phosphorzinn und Phosphorbronze 1877 225 514).

Die Vortheile, welche solche Bronzeläufe den Stahlläufen gegenüber besitzen, sind folgende: 1) Hat die Bronze, welche zu Handfeuerwaffen verwendet wird, bei gleicher Härte eine bedeutend größere Elasticität und Zähigkeit als der Stahl.