Text-Bild-Ansicht Band 226

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Verfahren, um den Brechungsindex von Flüssigkeiten zu bestimmen; von De Waha.

Versilbert man die hintere Fläche eines Prismas mit dem brechenden Winkel α und bestimmt den Einfallswinkel i, bei welchem der gebrochene Strahl senkrecht auf der hintern Fläche steht, bei dem er also nach der Reflexion an der hintern Fläche und erneuter Brechung an der vordern mit dem einfallenden Strahl zusammenfällt, so ist der Brechungsexponent n = sin i/sin α. Um diese Methode für die Bestimmung des Brechungsexponenten von Flüssigkeiten zu benutzen, taucht der Verfasser in den dieselben enthaltenden parallelepipedischen Trog eine versilberte Glasplatte und bildet dadurch ein Flüssigkeitsprisma, dessen Winkel nach bekannten Methoden bestimmt wird. (Beiblätter zu Poggendorff's Annalen, 1877 S. 472.)

Ueber die Löslichkeit der Alkalien in Aether.

Will. Skey (Chemical News, August 1877 Bd. 36 S. 48) hat gefunden, daß sowohl Kaliumcarbonat, wie gewöhnliche Soda in Aether löslich sind. Er konnte nicht nur eine alkalische Reaction eines mit den genannten Alkalien geschüttelten Aethers nachweisen, sondern er fand auch einen deutlichen Rückstand von einem fixen Alkali nach dem Verdampfen des Aethers. Ebenso verhielten sich Magnesia und Kalk, während Natriumbicarbonat vollkommen unlöslich zu sein scheint. Aus diesem Grunde empfiehlt er zur Darstellung reiner Alkaloide nach dem Stas'schen Verfahren an Stelle der kaustischen Alkalien die Anwendung von Natriumbicarbonat oder noch besser von kohlensauren Erden.

Außerdem hat Skey gefunden, daß viele Salze in wasserfreiem Aether löslich sind, welche in gewöhnlichem (wasserhaltigem) unlöslich oder nahezu unlöslich sind. So verhalten sich z.B. die Chloride des Calciums, des Nickels, des Zinks, des Cadmiums und des Platins, sowie auch die Sulfocyanide des Nickels, Kupfers und Zinks. Fügt man zu diesen Lösungen ein ganz klein wenig Wasser, so tritt sogleich Trübung ein und die gelösten Salze schlagen sich als Hydrate nieder. Durch Anwendung von wasserfreiem Aether und durch Eindampfen in trockener Luft gelingt es daher auch, manche Salzverbindungen darzustellen, welche auf andere Weise schwerlich darstellbar sein dürften. Es gelang Skey beispielsweise auf diesem Wege, Doppelverbindungen von gewissen Alkaloiden mit Nickelsulfocyanid und selbst mit Kupfersulfocyanid darzustellen.

S–t.

Ueber die angebliche Diathermansie des Steinsalzes.

Bekanntlich wurde bisher nach den Versuchen von Melloni allgemein angenommen, daß Steinsalz für alle Wärmestrahlen diatherman sei. Vor kurzer Zeit zeigte Buff, daß Steinsalz einen ganz beträchtlichen Bruchtheil der auffallenden Wärme absorbirt; der Grund dafür, daß Melloni eine fast vollkommene Diathermansie gefunden, liegt darin, daß das Steinsalz dieselben Wärmestrahlen absorbirt wie die atmosphärische Luft, und da bei den Melloni'schen Versuchen die Wärme, welche die Steinsalzplatte traf, bereits durch eine Luftschicht gegangen war, waren in ihr keine Strahlen mehr enthalten, welche das Steinsalz noch absorbiren konnte. Jetzt bestätigt nun auch Harrison (Philosophical Magazine, Juni 1877 p. 424. Naturforscher 1877 S. 303), daß Steinsalz keineswegs diatherman ist.

Die Mars-Monde.

Ueber die jüngst entdeckten zwei Monde des Mars berichtet Rodgers (Naturforscher, 1877 S. 353), daß die Entfernungen des äußern etwa 23000km, die des innern nur etwa 9300km vom Mittelpunkte des Mars beträgt. Die Umlaufszeit des