Text-Bild-Ansicht Band 226

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eine Zweig gibt etwa überschüssig werdende Kohlensäure nach der Kufe D₃ ab, der andere mit einem Hahn versehene Zweig dient zur Entleerung.

Krieger glaubt sein Verfahren dadurch noch ökonomischer ausführen zu können, daß er den Mischcylinder I wegläßt und dann in folgender Weise vorgeht, wobei freilich etwas mehr Kohlensäure gebraucht wird. Es wird entweder in einem geräumigen kupfernen Druckkessel Kohlensäure auf 5 bis 6at comprimirt, die an Stelle von Dampf benutzt wird, um mit einem besonders hierzu construirten Injector Wasser anzusaugen und staubförmig zu vertheilen, ferner Köhlensäure und Wasser direct in die Gefäße P zu bringen; oder man hält in einem Kessel Wasser unter 8 bis 9at Druck und läßt es dann durch einen gleichen Injector, wie vorher erwähnt, gehen und saugt Kohlensäure damit an, um sie mit dem fein vertheilten Wasser ebenfalls sofort an die Knochenkohle zu bringen. Es sollen diese beiden Modificationen gute Resultate gegeben haben – selbst mit Gasen, welche die Waschgefäße nicht passirt hatten und nicht aus der Zersetzung von Bicarbonat resultirten.

Mag man jedoch wie immer zu Werke gehen, stets kann man die geschlossenen Filter als Scheidegefäße anwenden, um den Kalk mit kohlensaurem Wasser wegzuschaffen, nachdem man zunächst Kohlensäure auf das in der Kohle noch enthaltene Wasser hat wirken lassen. Für die Ausführung ist es jedoch bequemer, an Stelle von zwei abwechselnd thätigen Filtern zwei Scheidegefäße zu nehmen, die ebenso wie die Filter, nur kleiner, etwa mit 1 bis 1cbm,5 Fassungsraum, ausgeführt sein können. In denselben wird dann die von den Filtern kommende Kohle aufgeschüttet, zunächst mit Kohlensäure, hierauf mit kohlensaurem Wasser behandelt.

Der Betrieb des Apparates findet statt, indem durch den am Boden des Scheidegefäßes vorhandenen Hahn zunächst das aus der Kohle austretende Wasser abgelassen wird. Bei geschlossenem Hahn wird hierauf das Gefäß vollständig mit kohlensaurem Wasser gefüllt, welches 1/2 Stunde auf der Kohle bleibt. Hierbei sind die Hähne der Rohre O und N (Fig. 23) geöffnet, so daß man stets 3 bis 3at,5 Druck im Scheidegefäß hat. Nach Verlauf dieser Zeit wird der Ablaßhahn am Boden wieder mäßig geöffnet, so daß ein langsamer Ausfluß entsteht, der stets wieder ergänzt wird, daher das Gefäß immer mit kohlensaurem Wasser gefüllt bleibt, bis ein doppeltes bis dreifaches Volum an letzterm durchgegangen ist. Die Operation ist alsdann beendet, das überschüssige Wasser wird abgelassen und die Kohle zur Gährung oder sogleich zur Behandlung mit kaustischer Lauge gebracht.

Ueber die Kosten des Verfahrens fehlen bisher noch genauere Angaben.