Text-Bild-Ansicht Band 228

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durch die Verzahnung oder Eingriffstelle nach einem dahinter befindlichen Spiegel geblickt wird. In Folge einer optischen Täuschung scheinen bei dieser Beobachtung die Räder still zu stehen, und tritt die Erscheinung um so deutlicher hervor, je gröſser die Umfangsgeschwindigkeit der Kader, je näher das Auge denselben und je entfernter von ihnen (gewöhnlich 300 bis 500mm) der Spiegel gehalten wird; dabei muſs für eine entsprechende Beleuchtung zwischen Räder und Spiegel gesorgt werden.

Sickel's Aschenräumer.

Diese von Dr. Richard Sichel zu Nörten unter Nr. 937 vom 27. Juli 1877 im Deutschen Reich patentirte Vorrichtung soll das Anhäufen von Flugasche in den Heizröhren von Dampfkesseln mit Innenfeuerung verhindern und hierdurch nach Angabe des Erfinders eine durch Versuche festgestellte Kohlenersparniſs von durchschnittlich 12 Proc. erzielen. Nach der Meinung des Erfinders ist die Ursache des Ablagerns von Flugasche in den zu groſsen Querschnitten der Heizzüge zu suchen; er construirt daher seinen Apparat als einen dem Heizrohre einzufügenden Cylinder, welcher die Heizgase nöthigt, längs der Kesselwände hinzustreifen und, in Folge der gröſseren Geschwindigkeit, alle Flugasche mitzunehmen. Dabei erhalten die Heizgase noch, um sie vollständig zu mischen, eine wirbelnde Bewegung durch schraubenförmig gewundene Rippen, welche dem Cylinder aufgesetzt sind. Letzterer selbst ist aus feuerfesten Ziegeln hergestellt und gegen die Feuerbrücke eiförmig zugespitzt, um das Entstehen von Stichflammen zu vermeiden; die Rippen sind aus Eisenblech.

Der von Heyne und Weickert in Leipzig zu beziehende Sickel'sche Apparat mag in speciellen Fällen, bei übergroſsen Heizkanälen, schwacher Feuerung und vorhandenem starkem Schornsteinzug seine guten Dienste leisten; daſs aber ein stark zusammengezogener Heizzugquerschnitt noch immer reichliches Ansammeln von Flugasche gestattet, kann man allgemein bei den Siederohrkesseln bemerken.

M.

Zur Kenntniſs der Kesselsteinbildungen.

Nach A. Klaus (Organ für Rübenzuckerindustrie der österreichisch-ungarischen Monarchie, 1878 S. 39) hatte ein Kesselstein folgende Zusammensetzung:

Wasser 2,87
Organische Stoffe 8,71
Kieselsäure 2,27
Eisenoxyd 0,44
Thonerde 4,68
Schwefelsaurer Kalk 16,73
Kohlensaurer Kalk 6,50
Aetzkalk 23,42
Kohlensaure Magnesia 32,89
Chlor Spuren
––––––
98,51.

Das betreffende Speisewasser enthielt in 1l:

Organische Stoffe 235mg
Kieselsäure 3
Schwefelsäure 139
Chlor 3
Eisenoxyd und Thonerde 6
Kalk 95
Magnesia 97
Gebundene Kohlensäure und Alkalien 28.

Die Angabe, daſs der Kesselstein Aetzkalk neben kohlensaurer Magnesia enthalten habe, erscheint unwahrscheinlich; die Berechnung auf Magnesia und kohlensauren Kalk dürfte richtiger sein.

F.